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Hiroya Oku Works
Erschienen
Gantz # 5
04/2004
Panini Verlags GmbH, Nettetal
EURO 10,25
Ein Abschiedsgedanke zur Einstellung der Serie Gantz




Es zerreißt mir das Herz, Panini muss aus wirtschaftlichen Gründen mehrere Manga Serien einstellen. Und das betrifft leider auch Gantz.

Mangas sind was für Kinder – so lautet ein falsches Vorurteil bei den meisten älteren Comic-Lesern. Vorurteile sind gut, sie ermöglichen es, sich in einer immer schneller ändernden Welt zurecht zu finden.

Wer könnte schon Autofahren, wenn er alle Schritte vom Beobachten der Straße bis zum wohl dosierten Drücken des Gaspedals vorher gut überlegen müsste? Das überlassen wir einer funktionierenden Routine. Und das ist so bequem, das wir uns darüber nie Gedanken machen. Nur hier und da wird das Überdenken dieser Routine notwendig, so zum Beispiel wenn man von einem Schaltgetriebe zu einer Automatik wechselt.

So scheinen auch viele ihr Hobby zu betrachten: Als lieb gewonnene Routine. Da sind Mangas halt Kinderkram und fertig. Und deswegen verkaufen sich in Deutschland auch nur Kindermangas. Die Mangas für ein älteres Publikum werden von der Zielgruppe nicht beachtet. Da entgeht der Zielgruppe einiges. Dumme Menschen sterben dumm und man darf sie leider nicht zu ihrem Glück zwingen.

Gantz hätte bei mehreren Zielgruppen landen können, hätten die ihre Augen aufgemacht. Diese Serie hatte so viel Sex wie die guten alten Erwachsenencomics. Oder wer hatte was gegen Corbens Mördermöpse? Die hat man damals gerne mitgenommen und die tatsächliche grafische Qualität der Zeichnungen gepriesen. Gantz hat auch Mördertitten und perfekte Zeichnungen. Da haben die Corben-Fans frische Lesekost erfolgreich vermieden.

Oder die Mysterie/SF-Fans, die den deutschen Akte-X Comics nachtrauern oder den Fans von Twielight Zone – Gantz bot eine mysteriöse Rahmenhandlung mit vielen Anspielungen auf die Hintergründe, und immer genug Anlass, die Hinweise zu hinterfragen. Neben Aldebaaran gibt es leider derzeit nichts wirklich Gutes auf diesem Sektor.

Seit den Meisterwerken von Frank Miller und Dave Sims sollte das Fehlen von Farbe kein Hindernis mehr sein. Und Hellboy zeigt, dass es ohne Farbe manchmal sogar besser ist.

Einzige Manko war sicher der hohe Preis von über EURO 10,-.


Nun denn, wir müssen ohne eine gut Serie weiter leben, Titten-Fans werden sicher wieder beim nächsten sinnentleerten Druuna Album feuchte Träume kriegen. Mir werden leider nur die Wangen feucht, denn Tränen rinnen an ihnen herunter. Tränen, weil einmal mehr Ignoranz und Bequemlichkeit siegen. Das ist leider nicht nur bei ganz klar nicht lebenswichtigen Dingen wie Comics der Fall, leider siegen diese mir unangenehm gewordenen Menschlichkeiten auch in puncto Umweltbewusstsein und Völkerverständigung. Ein Zeichen der Zeit, das in Deutschland schon zur Tradition hochstilisiert worden ist.