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DeMatteis / Banks
Erschienen
JLA-Spectre – Seelenkrieg
04/2004
Panini Verlags GmbH, Nettetal
100 Seiten / EURO 11,-
Hal Jordan – das gequälte Wesen des DC Universums. Erst die Grüne Leuchte oder Green Lantern ein Held der zweiten Reihe und dann der Weltenverschlinger. Er steckte hinter jeder zweiten bedeutungsvollen Krise, die es in den letzten Jahren gab.

Ja, die Voraussetzungen sind nicht die besten. Ein Charakter, der immer herhalten muss, wenn es etwas „Sinnvolles“ sein soll. Das bedeutet aber leider oft auch fast zwanghaft konstruierte und inhaltslose Phrasendreschei aus der metaphysischen Ecke. Und beim Durchblättern wird dieses Vorurteil auch voll bestätigt. Die Zeichnungen im beliebten Hitch Stil, auf hohem Niveau auswechselbar – das kennen wir von auch bei den Superheldenfans gerne kritisierten Mangas. Und dann die vielen Splashpages, in denen das Superwesen von allen Mitgliedern der JLA etwas hat – da scheint es fraglich, ob dabei etwas Unterhaltsames bei rauskommen kann.

Kann es! DeMatteis schafft es, trotz des virtuosen Spiels mit den ausgelutschten Klischees eine abwechslungsreiche Geschichte zu erzählen. Klar erfüllen alle Charaktere ihre Rolle: Plastikman ist albern, Batman böse, Hal von Schuldgefühlen geschüttelt und das Böse kommt aus dem Unterbewustsein der Menschheit. Der Martian Manhunter beginnt zu meditieren um seine dunkle Seite zu besänftigen – Ooooommmmh. Das Interessante ist, wie hier das Klischee mehrfach erzählt wird, immer wieder widerlegt und erneut bestätigt wird. Da macht es dann plötzlich Sinn. Aus dem bloßen Erkennen „Was hat sich der Autor dabei bloß gedacht“ wird zuerst ein gelangweiltes „Schon wieder“ und ganz schnell ein „Wieso ist diese Wendung denn schon wieder logisch“ und letztendlich ein „Ganz schön durchgedreht, aber irgendwie logisch“. Und genau das macht hier Spaß.

Vordergründig haben wir die JLA in einem üblichen Abenteuer von weltbewegenden Ausmaßen. Außerirdische Wesen übernehmen ein paar medial begabte Menschen um die Erde zu überrennen. Da müssen die Helden um Batman natürlich ihren Mann stehen. Aber mit der „Hau drauf und mach den Anderen zu Brei“ kommen die Helden (mal wieder) nicht weiter und der Spectre muss tief in die metaphysische Tasche greifen um den Tag zu retten. Das bedeutet aber den Tod der Mitglieder der JLA. Auch das hatten wir ja schon wiederholt, diesmal geht es den Helden wirklich an den Kragen – alle sterben durch Spectres Hand. Warum zum Schluss wieder alle lächeln wird natürlich nicht verraten.


Solide Bilder, eine Geschichte die auf mehreren Ebenen unterhält – das hat man nicht so oft. Zuerst eine typische Team-Action Story und dann eine spielerische Abrechnung mit genau diesem Sujet – Klasse, lesenswert und angenehm anzuschauen.