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Erschienen
Pitfall Die verlorene Expedition
04/2004
ACTIVISION Deutschland GmbH
Gamecube / ca. EURO 40,-


Pitfall. Der Lianenschwinger ist zurück. Da werden die alten Atari-Freaks ins Schwärmen kommen und mit feuchten Augen der guten alten Zeit gedenken. Wer von denen keine zu dolle Stauballergie hat wird vielleicht sogar seine alte Konsole vom Speicher holen – doch halt, das muss nicht sein! Das neue Pitfall hat ein Herz für die Mitglieder der ersten Videospiel-Junky-Generation und hat auf dem Silberling die ganze Pracht des antiken Abenteuers in Klötzchengrafik im Gepäck.

Doch wir wolle uns mit dem 3-D Jungspund befassen. Die neueste Reinkarnation des Klassikers ist bunt und groß geworden. Der Dschungel lebt, irgendwo scheint sich immer was zu bewegen. Aber Vorsicht, die Pygmäen sind vielleicht die Freund es Phantoms (kleine Reminiszenz an die Comicvorliebe des Autors), aber unser Held wird von den hässlichen Männlein erbarmungslos gejagt. Und das sind nicht die einzige Gegner. Krokodile, Stachelschwein Affenmütter und sogar menschliche Widersachern gilt es zu entkommen, goldene Statuen zu finden und magischen Männern lebenswichtige Sonderfähigkeiten abkaufen.

Aber wer ist Harry? Man nehme den Helden aus dem Film „Die Mumie“, mache ihn ein wenig jünger und gebe ihm ein paar wirklich hässliche Glubschaugen. Fertig ist der Polygonheld. Obwohl sich die Designer bemüht haben, Manga-Style und westliches Charadesign zu kombinieren, so richtig gut sieht Harry nicht aus. Meistens ganz knuffelig, aber zu oft einfach nur verbaut und unansehlich.

Ganz anders das Spiel. Das Gameplay ist ähnlich abwechslungsreich wie die Umgebungsgrafik. Das unabdingbare Lianenschwingen kommt natürlich nicht zu kurz und wird zum richtigen Fingernageltod, wenn es in luftigen Höhen mit wild schaukelnden Brückenteilen eine unangenehme Allianz eingeht. Atemberaubend ist die Indisch anmutende Statue, an der Harry herumklettern muss und wenn man an einem riesigen Baum hochhüpfen muss, schleichen sich Erinnerungen an diverse andere Hüpforgien ein. Aber es ist ziemlich perfekt gemacht und die unterschiedlichen Hilfsmittel wie Fackeln und Feldflaschen müssen an den richtigen Stellen eingesetzt werden. Dabei müssen die Levels immer wieder durchspielt werden. Da die Handlung aber weitererzählt wird und auch immer wieder neue Levels freigespielt werden wird es dann doch nicht nervig, wenn man zum xten Mal die Pygmäen verdrischt.

Was nerven kann ist die Speicherfunktion. Man kann zwar an jeder Stelle speichern, aber das dauert! Vor jedem Speichern muss man vier Mal auswählen und bestätigen. Und dann dauert es eine Weile, bis man weiterspielen kann. Zwar kann an jeder Stelle gespeichert werden, es beginnt aber immer wieder am Levelanfang. Und warum braucht diese Spiel eine eigene Speicherkarte? Mit 51 Blöcken verbrät Pitfall den ganzen Platz einer Standard Memory-Card. Das muss nicht sein.


So stehen tolle Level einem gewöhnungsbedürftigem Heldendesign gegenüber, und abwechslungsreiches Jump&Run muss sich gegen nervige Speichertorturen durchsetzten. Beim Grillsteak sollte man Durchwachsenes bevorzugen, hier sollte man eine Weile Probespeichern. Wer sich daran nicht stört bekommt ein tolles Spiel mit irgendwie nicht gelungenen Charadesign.