2017
 
 
 

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Aaron Conners
Erschienen
Das Luzifer Projekt
03/98
Goldmann-Verlag, München
290 Seiten / DM 14,90
Es war ein kalter Winterabend und ein eiskalter Regen klopfte gegen mein Fenster. Die Bourbon-Falsche hatte schon lange dem letzten Tropfen hinterhergeweint, was mir jedoch nicht weh tat, da ich grundsätzlich keinen Bourbon trinke. Weit schmerzlicher stach mir das Fehlen eines neuen Comics wie ein Stachel in mein eh schon vor Langeweile entzündetes Fleisch. Nur dieses Buch von Aaron Conners, "Das Luzifer Projekt", lag verlassen wie ich auf meinem Schreibtisch. "Schön", dachte ich mir, "da haben wir beide ja immerhin mehr gemeinsam als ich und meine Ex-Freundin!" Also gab ich dem Buch eine Chance. Der Aufdruck "Basierend auf den Nummer-eins-Computer-Adventure Under a Killing Moon" machte mich stutzig. Das Spiel kannte ich, doch: Es war nie ein Nummer-eins-Hit gewesen! Also eine Falle, eine großbusige blonde Frau die mit lieblicher Stimme das Lied vom armen Opfer singt und einen am Schluß ohne ordentliches Honorar sitzen ließ? Doch ich hatte nicht mehr viel zu verlieren in dieser dunklen und trostlosen Nacht.

Schon nach wenigen Seiten nahm mich diese allzu bekannte Geschichte eines Privatdetektivs gefangen. Er, wie ich begabt aber mittellos, mußte seine Abenteuer in dem von radioaktiv verstrahlten Mutanten bewohnten Slum des San Francisco des Jahres 2042 bestehen. Es geht zuerst um eine seltene Statue, die es einem Obergangster zu entwenden gilt. Das Gelingen dieses Unternehmens verschafft dem Helden Tex Murphy keine Sympathien, geschweige denn gerechten Lohn. Vielmehr muß er im Laufe der folgenden Seiten erkennen, daß er zum Werkzeug einer geheimen Sekte wurde, deren oberstes Ziel es ist, das lebensunwürdige Leben des Planeten Erde, wozu auch die meisten Freunde von Tex zählten, zu vernichten. Nachdem eine Strafkolonie auf dem Mond als schauriger Zwischenstopp-Bahnhof dient, endet vielleicht alles auf einer Raumstation.

Man kann die ganze Zeit fast schon die dunkle Stimme Bogarts aus dem Off hören, während man mit dem Gleiter zwischen den Schauplätzen der Handlung umher jettet. Unterhaltend nach Motiven aus dem Computerspiel gestrickt, aber auf jeden Fall kein Lösungsbuch zu dem ohnehin recht leichten Adventur