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Erschienen
TrackMania
07/2004
ca. EURO 35,-
TrackMania ist ein Rennspiel. Wäre es „nur“ ein Rennspiel könnte man gelangweilt „warum schon wieder eins“ nörgeln. Ja richtig, der einstige Primus Need for Speed hat das selbe Manko wie alle aktuellen „tolle Autos in tollen Umgebungen“ Klone – sie sehen zwar immer besser aus, aber das ist es dann auch. Glücklicherweise ist dieses Spiel kein normaler Vertreter seines Genres.

Zuerst, das was fehlt: Das Gröbste ist die fehlende Kollisionsabfrage. Die Autos können ganz problemlos durch die anderen Autos fahren. Pfeiler, Geländer und der ganze Rest der Umgebung sind auch hier Probleme, aber den Anderen von der Straße rempeln ist nicht. Das spart Nerven, weil man selber auch nicht geschubst werden kann, aber macht auch nur halb so viel Spaß. Keine Angst, der Spaß kommt hier dennoch nicht zu kurz.

Dann fehlt auch ein ordentliches Schadensmodell. Egal wie doll der eigene Wagen gegen die Wand rauscht, er sieht immer gleich gut aus. Vielleicht geht nach einigen anstößigen Szenen der Kofferraum etwas häufiger auf, aber das ist dann auch alles.

Nun zu den neutralen Fakten: Englisches Grasland mit Burgen, Wüste oder Eislandschaft - drei Umgebungen scheinen etwas wenig und bei den Autos darf man sich gerade mal die Lackierung aussuchen. Das hört sich zu wenig an, es könnte schon mehr sein, aber es ... reicht. Die Stärke von TrackMania liegt ganz wo anders und der Titel weist uns den Weg: Hier darf man in alter Märklin-Manier seine Strecken selber bauen.

Wer schon einmal nächtelang bei seiner Modellrennbahn die einen Meter lange Steigung vom Fußboden auf den Esstisch mit Büchern unterbaut hat, damit das Gewicht der kleinen Autos die Konstruktion nicht zum Einsturz bringt, wird hier seine digitale Freude haben. Aber der Spaß muss sich verdient werden.

In Rennen auf den mitgelieferten Strecken muss sich mit Siegen Geld erfahren werden. Damit kann man sich dann Erweiterungsbausteine für die eigenen Strecken kaufen. Soweit das Grundprinzip.

Der Gelegenheitsspieler wird zuerst die Einzelrennen fahren. Die sehen anfangs ziemlich einfach aus, wenn man aber das erste Mal durch eine nicht aufhören wollende Steilkurve oder besser Steilgerade fährt merkt man den spielerischen Charakter von TrackMania. Die Physik wird zwar nicht gänzlich vernachlässigt, aber so richtig ernst genommen wird sie hier nicht.

Die Streckenbausucht beginnt dann im Puzzle-Modus. Mit einer festgelegten Anzahl an Bausteinen muss eine Rennstrecke vom festgelegten Beginn bis zum Ziel gebaut werden. Und dann darf man die Strecke auch fahren.

Letzter Einzelspielermodus ist die Survival Challenge. Wenn man ein Spiel nicht verliert kommt man ein Level höher. Ein verlorenes Spiel und alles ist aus.

Wie viele neuere Spiele macht auch Trackmania im Netzwerk mehr Spaß. Da dürfen dann auch Rennen über mehrere Runden gefahren werden. Bots gibt es leider nicht – einziges wirkliches Verbrechen der Programmierer.

Dafür gibt es im Internet neue Strecken zum runterladen. www.trackmania-the-game.de


Trackmania baut auf einigen alten Ideen auf und verpackt diese in aktuelle Grafik. Einfaches Spiel mit Suchtgefahr. Realitätsfetischisten werden enttäuscht, Spielkinder werden das Joypad nicht aus der Hand legen können.