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Legion Klassik Edition
Erschienen
Die Legion der Superhelden – Band eins
08/2004
Panini Verlags GmbH, Nettetal
258 Seiten / EURO 24,-
Gleich mal vorweg – ich bin Legion Fan und spiele hin und wieder mit so seltsamen Gedanke wie den Flugring käuflich zu erstehen oder die Legion Figuren von HeroClix zu erwerben. Dieser Kommentar ist also aus dem Herzen eines Fan-Boys und deswegen jenseits jeglicher Objektivität.

In den folgenden Zeilen wird es herzzerreißende Danksagungen, bitterböse Beschimpfungen, sentimentale Tränen und hoffungsvolle Zukunftswünsche geben.

Und vor allem: Ich liebe diesen Band! Egal wie sehr ich noch die Übersetzung kritisieren werde, ich liebe ihn wirklich. Obwohl ich die amerikanischen Archiv-Bände besitze, möchte ich die deutsche Version nicht missen. Es ist etwas andere, ob Saturngirl „What an awful thing to say“ oder „Sag doch so was nicht“ sagt. Letzteres hätte ich auch vor meiner Schulzeit verstanden. Die deutsche Sprache bringt mir die Helden aus der Zukunft noch ein Stückchen näher, lässt mich tiefer in die Geschichte hineinkommen.

Nun zur Kritik an der Übersetzung. Die ist stellenweise dilettantisch bis einfach nur falsch. Das ist verdammt schade, auch wenn man diese Schwachtselle des Comics ohne das Original fast nicht bemerkt. So richtig schlimm ist das Vorwort. Neben einzelnen unsinniger Weise gesperrten Wörtern gibt ein „De“ am Anfang eines Absatzes, wo es so richtig auffällt. Und ein Absatz wurde inhaltlich falsch übersetzt: Aus „... The Legion startet losing its appeal for me a couple of years after the Legionnaires received their own series.“ wurde „... hat die Legion für mich seltsamerweise vor ein paar Jahren ihren Reiz verloren, just als sie ihre eigene Serie erhalten hatte.“. Im englische Original las der Schreiber die Legion noch ein paar Jahre nachdem sie ihre eigene Serie bekam, in der Übersetzung nicht. Und noch ein Beispiel aus dem Inhalt: „Du isst doch sonst nicht all dein Essen“ hat nicht mehr viel mit dem Original „You never used to wolf down your food.“ (Sonst hast du dein Essen nicht so runter geschlungen). Die halb vollen Sprechblasen lassen das übliche Argument der zu vielen Worte der korrekten deutschen Übersetzung nicht wirksam sein.

Aber das ist was für Beckmesser. Zurück zu den Gründen, warum Tony Verdini (Chefred) und Wolfgang Schäfer (Manager Panini Deutschland) meine Helden sind. Tony versprach mir 2002 in Erlangen „Wenn du die Legion kaufst, dann machen wir die Legion“ und er hat Wort gehalten. Zuerst der Monster mit den aktuellen Geschichten und jetzt das erste Archiv. DANKE!

Die Legion der Superhelden ist ein Zusammenschluss von Kindern aus dem ganzen Universum, die aufgrund von Unfällen oder ihrer Herkunft Superkräfte haben. Probleme werden gemeinsam gelöst und spätestens seit den Geschichten von Cockrum/Bates sind die persönlichen Beziehungen zwischen den Mitgliedern ebenso wichtig wie die gemeinsam bestandenen Abenteuer. Es gibt Raumschiffe, Außerirdische en mass (schon unter den Mitgliedern, wie bereits erwähnt) und mit Cockrum und später Grell verdammt sexy Legionärinnen. Aber in diesem Monster sind die ersten Geschichten der Legion. Damals war alles noch sehr sauber, die Bösen die Verlierer und Superboy hat sich immer ganz doll geschämt, wenn er mal böse sein musste (was er so oft war, wie Spock Gefühle gezeigt hat). Die drei ersten Legionäre Saturn Girl, Cosmic Boy und Lightning Lad sind zwar mit in der Geschichte, aber anfangs nur als Nebencharaktere. Erst ab der Mitte des dicken Bandes spielen die Geschichten auch mal in der Zukunft. Bis dahin reisen die Leginäre immer per Zeitkugel in die Vergangenheit nach Smallville um mit Superboy ein Abenteuer zu erleben.

In der amerikanischen Originalausgabe fehlte das Inhaltsverzeichnis, das später als Einkleber nachgeliefert wurde. Anders als in der deutschen Inhaltsangabe waren dort neben dem Titel der Geschichte, der Heftnummer und dem Veröffentlichungsdatum auch noch die Autoren, Zeichner und Tuscher genannt.

Während der Planung des Bandes hatte man bei Panini auch die Idee, mit den aktuellen Archiv-Bänden aus den USA zu beginnen. Dort sind gerade die Cockrum/Grell Hefte dran. Das hätte sicher auch Sinn gemacht, den viele ältere Leser (so wie ich) haben in den 70ern mit diesen Geschichten in den MV und Superman/Batman Heften ihre ersten Schritte in das Metropolis des 30. Jahrhunderts gemacht. Und noch mal was für Beckmesser: Auf dem Rücktitel wird die Legion in eine weit entfernte Galaxis verfrachtet – wohl eine Hommage an Krieg der Sterne. Und auf der ersten Seite besteht die Legion im Metropolis des 21 Jahrhundters schon (also heutzutage), ein Fehler, den man aus der amerikanischen Ausgabe übernommen hat.


Der erste Legion Klassik Monster Band ist ein Muss für alle. Science Fiction, Superhelden, Nostalgie – drei Dinge auf einmal. Werbefernseh verseuchte Menschen würden begeistert ausrufen: „Kaufen marsch marsch“. Aber trotz solch verblödender Marktschreierei mit militantem Geschmäckel empfehlen wir diesen Band auf das eindringlichste.