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Erschienen
Flix las laut, Pornophonique mit C64 & Gameboy
Low Tec vom Feinsten im IMAX Sinsheim
10/2004
Der frisch gebackene Comicladenbetreiber Jan Hartmann ist ein Wunder an Optimismus. Schon zum zweiten Mal holt er das Thema Comic in das IMAX Sinsheim. Diesmal top aktuell, denn der Max & Moritz Preisträger Flix las das erste Mal aus seinem vor drei Tagen in den Handel gekommenen Band „Sag Was“.

Bei der ersten Veranstaltung kamen zwanzig Freunde der Sprechblase, diesmal fanden trotz den vielen anderen kulturellen Veranstaltungen die leider gleichzeitig stattfanden fünf Mal so viele Interessierte in den riesigen Kinosaal des IMAX. Und man hatte seinen Spaß. Während Flix in seiner angenehmen, und immer an der Grenze des Schalks platzierten Stimme vorlass, konnte man die dazugehörigen Panels aus seinem Comic übergroß auf der Leinwand genießen. Und immer wieder entlockten die ohne Selbstschutz vorgetragenen Episoden aus der flixschen Reifungs- und Partnerschaftsgeschichte dem Publikum zunächst hörbares Schmunzeln, welches sich zum enthusiastisch artikulierten Gemeinschaftslacher auswuchs.

Leider kamen die einzelnen Sondereffekte wie ein Paar Würfel und ein kleines Megaphon nicht so richtig zur Geltung und die Lieder hätte man sich auch als Einspielung gewünscht - so durfte man die zarte und etwas verhaltene Sangeskunst des Zeichners erleben.

Als es nach der Lesung zur Signierstunde in das Foyer ging, gab es Gesangskunst der gehobenen Klasse: Die Pornophoniques spielten zum Zeitvertreib auf. So wurde die Zeit in der Warteschlange versüßt. Wer diese atemberaubende Kapelle noch nicht kennt, sollte dieses Manko schleunigst beheben. Ganz dem Thema Technik Museum Sinsheim angepasst brachten die beiden Darmstädter einiges an Technik auf die Bühne. Ein original C64, einen alten Boss Keybord-Mixer, etliche Effektgeräte und vor allem einen Ur-Gameboy. Nicht so ein modernes Ding mit Farbe und eingebauter Beleuchtung, einen waschechten grauen hässlichen Gameboy mit Quäke-Sound. Muss man mal gehört haben.

Wie schon einleitend geschrieben, Jan Hartmann ist ein Optimist. Natürlich kann sich so eine Veranstaltung nicht finanziell nicht lohnen. Der Zeichner und die Band und vor allem das IMAX muss bezahlt werden. Aber der Chef des Fun-Fiction in Heidelberg erlebt gerne gute Comic-Veranstaltungen, und wenn es die nicht gibt, dann macht er eben selber welche. So viel Engagement ist selten und muss gefördert werden. Das kann man ganz einfach machen in dem man in den nächsten Tagen in der Rohrbacher Straße 77a vorbeischaut und vielleicht das neue Hörbuch „Otherland" mitnimmt, das gibt es dort günstiger als im Internet. Generell gibt es auf Hörbücher einen Nachlass, wenn man dem Fun-Fiction ein Ohr leiht. Das wird dann fotografiert und soll dann im Laden auf einem großen Plakat ausgestellt werden, den Jan Hartmann hat für alle Ohren etwas Passendes.

Leider hat der Mitschnitt von Flixs Lesung nicht geklappt, aber die Pornophniques haben wir zum hören:
Pornophonique


Nächstes Event bei Fun-Fiction ist der Edgar Allan Poe Hörspielabend am 1. Oktober. Eintritt frei – wie macht der das?