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Lee So-Young
Erschienen
Model # 1
11/2004
EMA, Köln
208 Seiten / EURO 6,50
Tokyopop steht vor der Tür und Mangas kosten jetzt mindestens EURO 6,50. EMA bringt mit Model einen Manhwa im aktuellen Vampir-Love-Mix auf den demnächst enger werdenden Markt.

Es fängt einfach nur wirr an. Der Geschichte fehlt der rote Faden, die Seiten und die Texte scheinen zusammenhanglos zu sein und so macht der Einstieg eigentlich keinen Spaß. Aber nach den ersten hundert Seiten beginnt sich, eine gar nicht so uninteressante Geschichte von Liebe, Abhängigkeit und Hörigkeit zu entwickeln. Fast „Die Geschichte der O" für Jugendliche.

Jive ist eine junge Malerin. Eines Abends schleppt ihre Freundin einen völlig entkräfteten Vampir an. Aber von dessen blutsaugerischer Natur wissen die beiden natürlich nichts. Die Schönheit des jungen Mannes verzückt Jive. Sein Portrait zu malen wird ihr größter Wunsch. Das schmeichelt dem Untoten. Und es bestärkt ihn in seinem Urteil, dass sich die Menschen von Äußerem leiten lassen.

Er schlägt Jive einen Pakt vor: Er steht ihr als Model zur Verfügung, wenn er Jive nach Vollendung des Bildes beißen darf. Jive geht auf diesen Vorschlag ein und zieht in sein Anwesen ein. Dort lernt sie zwei weitere Bewohner kennen, die auch einen mysteriösen Vertrag mit dem Vampir eingegangen sind.

Wirklich kritisch an dieser Geschichte ist die Idealisierung des Erscheinungsbildes der Figuren. Alle Personen scheinen an Magersucht im letzten Stadium zu leiden. Hauchdünnen Ärmchen und Beinchen. Nur wo haben die Mädels bei einem solchen Zustand noch genügend Fett für eine deutlich erkennbare Brust? Wer im echten Leben dem hier gezeigten Schönheitsideal nacheifert, wird sich über lang oder eher kurz mit zwei leeren Hautlappen statt einer straffen Brust anfreunden müssen.

Wenn die prallen Oberweiten in den Medien den Run auf die Brustvergrößerungen ausgelöst haben oder ihm zumindest dauernd Nachschub liefern, dann sollte man vor dieser Art von Schönheitsvorstellung Angst haben. Silicon vor dem Brustkorb mag unsinnig und teuer sein, und muss auch noch alle zehn Jahre nachoperiert werden, aber wer mit solchem Untergewicht rumlaufen will, spielt mit seinem Leben.


Zu Beginn wirr, dann echt lesbar aber mit einem bescheuerten Schönheitsideal.