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Ulf K.
Erschienen
Sternennächte
11/2004
Edition 52, Haan
21 Illustrationen
Schon einmal verliebt gewesen? Dieses Ziehen im Magen, wenn ihr/sein Name im Kopf auftaucht und einen bis zum Tiefschlaf nicht wieder loslassen will? Und wenn alles gut läuft, fasst man sich dann endlich ein Herz und traut sich, den ganzen Mut zusammenkratzend, auf den Weg zur/zum Grund der Schlaflosigkeit. Doch was, wenn dann die Stolpersteine des Schicksals dieses Unterfangen erschweren? Dann helfen magische Mächte dem verleibten Menschen - Melancholiker oder nicht.

Der ausgezeichnete Ulf K. ist Chronist der herzerwärmendsten Begebenheiten, die sich ein romantisches Herz ausmalen kann. In wortlosen Szenen mit bis zu vier Bildern erlebt der Leser eine wunderschöne Leichtigkeit, mit der das wirkliche Leben seine Tristes verliert.

Da eilt der Blumenbote zum Treffen und weiß nicht mehr, wie er rechtzeitig ankommen soll. Doch wie eine himmlische Fügung nimmt ihn ein Stern mit. Ist dieser Gedanke nicht wunderschön? In diesem Stil erwärmt dieses Bändchen Seite für Seite – wie gemacht für Verliebte.

Zart und leise, herzlich und einfach zum Liebhaben, aber weit weg von platter rote Herzen Valentinstag Kommerzduseligkeit. Welch ein Glück!

Ulf K. bebildert seine Bilderträume in einfacher Manier. Fast möchte man naiv schreiben, wenn da nicht immer der wache Blick auf die echte Welt durchspitzeln würde. Das Wolkenschloss ist als solches auch aus einem normal unordentlichen Hinterhof zu erkennen.

Sternennächte hat das Zeug zu einem Bestseller, auch wenn die Edition 52 bisher von Kassen füllenden Titeln verschont geblieben ist. Nicht, dass die dort verlegten Titel nicht die Qualität hätten. Nur hapert es vielleicht etwas an der Bekanntheit. Im Vorwort spendet Comic-Freund und Kulturfachman mit FAZ-Adelung Andreas Platthaus dem Autor und Zeichner und vor allem dem feinen Ziehen im Bauch seinen Segen. Doch an einem Punkt wollen wir dem Lobredner und bekennenden Fan vehement entgegenwünschen. Denn man sollte dieses Buch nicht zuschlagen. Eine wirklich sinnvolle Verwendung findet „Sternenächte" aufgeschlagen als frühe Ermunterung und als abendlicher Mutmacher. Für jeden Arbeitstag eines Monats findet man hier ein Leitbild. Unser schonungsloser Selbstversuch verlief verliebend.



Ulf Ks Sternennächte sind vielleicht nicht lustig, aber ein sinnliches Schmunzeln auf den Lippen des beschenkten Menschen ist mehr Wert, als ein freundschaftliches „Shit Happens" in der Kneipe nach einer vergeiten stürmischen Eroberung. Ein Buch wie eine zarte Liebeserklärung, eine immer wieder aufschlagbare Einladung zum gemeinsamen Warten aufs Essen, eine bleibende Erinnerung an die Schmetterlinge im Bauch und Grund, diese wieder schlagen zu lassen.