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Erschienen
UFO Box
11/2004
AL!VE AG, Köln
6 DVDs / ca. EURO 30,-
Früher war doch alles besser, auf der Enterprise kommandierte noch ein schlagkräftiger Captain, seine Mädels waren knapp bekleidet, der Spritt war noch bezahlbar und jede Science Fiction Fernsehserie war gut. Damals, als Bonanza noch deutsche Erstausstrahlung war und die Mädchen auf der Mondbasis lila Haare hatten.

Lila Haare? Genau – das war die englische Serie UFO. Anfang der Siebziger um 21 Uhr in der Ard mit 40% Einschaltquote – davon träumen moderne Serien wie Andromeda oder egal was Neues von Roddenberry. Als UFO lief war die Welt noch in Ordnung.

Die Serie mit den bekannten Tricks des legendären Gerry Anderson wurde auch einige Mal wiederholt, aber die Folgen bleiben gesucht und selten gefunden. Als dann die englischen DVD-Boxen heraus kamen, fingen einige Fans an, von einer deutschen Version zu träumen. Vielleicht auch von einer Synchro der in Deutschland noch nicht gezeigten Folgen.

Jetzt gibt es wenigstens sechs Folgen der Serie auf DVD. Da das alleine eigentlich schon ein Grund zur Freude ist, zuerst die Kritikpunkte und dann die nostalgisch gefärbete Lobhudelei – die bleibt dann in Erinnerung und ein positives Resumee wollen wir im Endeffekt ziehen.



Die Kritik:

Deutschland wird bis in absehbare Zeit keine komplette DVD-Version der UFO-Serie sehen. Die Lizens zur Veröfentlichung beschränkte sich auf sechs Folgen und die wurden produziert. Eine Fortsetzung ist nicht geplant und die Rechte auch schon wieder verkauft.

Pro DVD gibt es auch nur eine Folge. Die Laufzeit von 75 Minuten ergibt sich nur durch die Trailer für die anderen fünf DVDs. Die kann man sich aber schenken, da in der Box alle sechs verfügbaren Folgen sind. Da kann man sich leicht etwas veräppelt vorkommen.

Sechs Folgen für empfohlene EURO 30,- - das macht UFO teurer als Enterprise, nahe an gold gepresster Serien-Vergangenheit. Extras vermisst man ebenso wie eine ordentliche Verarbeitung. Die DVD Labels sind verdammt pixelig und die Hüllen verwirren mit englischen Titeln auf dem Rücken. Aber keine Angst, neben dem englischen Originalton gibt es auch die deutsche Tonspur.



Die Begeisterung:

Endlich gibt es UFO in ordentlicher Qualität! Hurra! Ed Straker und Paul Foster, die Mondbasis und der Skydiver – alles ist in bunten Farben genau da, wo es hingehört – im Fernsehen. Obwohl keine erkennbare Logik bei der Auswahl der Folgen zu erkennen ist, schöne Folgen sind es dennoch. Wir Weltraum-Nostaliker erfahren, wie Paul Foster zu Shadow kam, zittern mit, wenn Straker und ein Außerirdischer auf der Monoberfläche ums Überleben kämpfen und lernen die Gefahren des Weltraumschrotts kennen.

Allerliebst sind die Tricks aus der Mottenkiste – immerhin Vorreiter eines eigenen Phänomens. Immer wieder steigen die Abfangjäger in exacte der selben Formation auf, ganz wie die Jäger der Galactica. England mal wieder als internationaler Trendsetter.

Die Russen liegen sich betrunken in den Armen und gefährden die Mondbasis – nicht das einzige Mal in diesen sechs Folgen, das die lila Frisurmodelle zitern müssen.

Der Originalton ist besonders in der Folge Psychobombs sehr britisch. Da weiß man, dass die deutsche Synchro spitze ist.

Noch ein Nachsatz zum Preis: Im Internet gibt es die Box schon erheblich unter dem empfohlenen Verkaufspreis – da fällt das Zugreifen dann doch leichter. Die seriösen Sammler könne ja immer noch zur ebenfalls fast unbezahlbaren englischen Version greifen, da sind dann auch echte Extras dabei.


Die UFO-DVD-Box ist ein nicht günstige Mogelpackung mit verschärftem Nostalgie-Lustgewinn für ergraute Weltraumjünger.