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John Carpenter
Erschienen
Dark Star
12/2004
AL!VE AG, Köln
82 Minuten / ca. EURO 15,-
Dieser Film ist schlecht – Kauft diesen Film!



An diesem Film ist wirklich einiges schlecht. Es beginnt bei der Bildqualität. Die kann in puncto Rauschen und Unschärfe gut mit alten Video-Aufzeichnungen mithalten – nicht das, was man von einer aktuellen DVD erwartet. Das scheint bei dem als Extra enthaltenen Filmtrailer zum Stilmittel erhoben worden zu sein. Flecken, flackern, alles was altes Celluloid so hergibt.

Dann die Tricks, darf man die so nennen? Ein Monster aus einenm Wasserball, ein mickrig aussehendes Raumschiff – so ziemlich das Gegenteil einer realistisch aussehenden Zukunftsvision. Die Infos und die Bloppers enthüllen noch weitere Peinlichkeiten.

Und warum soll man sich dann diesen Film zulegen? Weil er einfach Kult ist.

Die Dark Star ist ein Scoutschiff, das einer riesigen Weltraumflotte den Weg freimachen soll. Insatbile Planeten werden von der Dark Star gesprengt. Das übernehmen intelligent Bomben. Die scheinen inteligenter als die zerstrittene Crew des Raumschiffs zu sein. Neben den explosiven Gefährten machen der Mannschaft ein Außerirdischer und die Gefahren des Weltraums das Leben schwer. Die Unterkünfte sind seit einem Unfall nicht mehr bewohnbar und die so entstandene Enge zerrt an den Nerven. Das Leben scheint ausweglos und eintönig, Abwechslung bringt vielleicht ein Gespräch mit dem verstorbenen Kapitän.

Die Kulissen haben die Qualität eines Schülerprojektes. Und dennoch gilt dieser Film zu den wichtigen Science Fiction Streifen. Man könnte den Werbespruch einer Schokoladenmarke abändern, hier wurde kein Cent in die Ausstattung, sondern alles Geld in den Inhalt gesteckt.

Und es ist John Carpenters erste Regiearbeit – für den Film-Fan sowieso ein Muss.

Die bekommen das Drehbuch als PDF-Datei als Extra auf der DVD geliefert. Bei den Infos fehlt noch der Hinweis auf die Elektro-Pop-Band Orchestral Maneuvers in the Dark. Die haben einige Samples aus dem Film für ihr Album Dazzle Ships verwendet.

Vielleicht hätte eine perfekte Bildqualität diesen Film steriler wirken lassen, als es gut gewesen wäre, so ist dieser Film eine Reise in die Vergangenheit des Science Fiction Genres und der verrauschen Bilder.

Mehr über den Film gibt bei Wikipedia. Dort wird der Film mit einem eigenen Eintrag gewürdigt – sogar mit dem letzten Dialog zwischen Mensch und Bombe 20, die philosophische Grundkonzepte postuliert. Die Klassifizierung als Science Fiction Parodie steckt den Film in eine Schublade mit Mel Brooks Space Balls, das hat der Film nicht verdient. Statt dessen erinnern wir und lieber an die Szene, als Pinback im Fahrstuhl festsitz, die Bodenplatte in wenigen Sekunden abgesprent wird und Musik von Roussini läuft – wunderbar.

Vielleicht unwichtig: Der Pappschuber ist stilvoll geprägt - sieht gut aus und passt nicht so richtig zum Rest. Schee isses abba!


Dieser Film ist schlecht – Kauft diesen Film!