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Erschienen
Dem Ingenieur ist nichts zu schwör
Eine etwas andere Ausstellung in Pforzheim
12/2004
kostenlos


Die meisten Ausstellungen sind langweilig und schon gar nichts für Kinder. Das muss nicht sein dachten sich die Kulturverantwortlichen in Pforzheim und spendieren den Interessierten jede Weihnachtszeit eine familientaugliche Schau. Dieses Jahr werden die Düsentriebschen Erfindungen gezeigt. So will man uns wenigstens weiß machen. Hinterhältigster Art werden dem Besucher hier aber Erfindungen des gesammelten Dinsneyschen Tüftlergeistes präsentiert. Neben die Werke eines Daniel Düsentriebs gesellen sich Arbeiten von Goofy und den Neffen Trick, Trick und Track.

Dabei ist die Gleichstellung des titelgebenden Ausspruchs mit Düsentrieb eher eine Implizierung des Lesers. Da wurde man irgendwie auf eine falsche Fährte gelockt – gemein!

Aber zurück zur Ausstellung an sich. Die Pforzheimer Ausstellungsmacher haben die Exponate von den mitgelieferten Podesten genommen und sie ihrer Bestimmung übergeben. So versorgt die Fischfüttermaschine die imaginären Wasserbewohner an einem mit Sand bedeckten Plastikplanensee und die verschiedenen Goldspürmaschinen verrichten ihren Dienst an einem extra aufgehäuften Sandhaufen. Besonders das Wohnzimmer mit dem verlockend einladendem Ohrensessel verleitet sicher den einen oder anderen Besucher, eine Interaktion mit dem zur Schau Gestelltem einzugehen.

Die Ausstellung wird von einem lebendigen Kinderprogramm und einem informativen Vortragsprogramm begleitet. Zumindest bei Letzterem ergibt sich dann sicher ausgiebig Gelegenheit zu Findung des eigenen Mittelpunkts, haben doch einige Referenten den Ruf einen sehr weitläufigen Zeitbegriff besonders während der eigenen Vorträge zu vertreten.

Nicht nur zur Eröffnung waren prominente DONALDisten geladen. Das war bei der Fokussierung auf das Wissenschaftliche in den Dinsneyschen Werken nahe liegend. Bei dem geringen Bekanntheitsgrad dieser Vereinigung könnte man leicht an einen Geheimbund denken. Doch mitnichten! Versuchen doch die Referenten dieser Organisation bei ihren Vorträgen immer wieder mehr Licht ins Dunkle der wissenschaftlichen Betrachtung der Geschichten von Donald-Zeichner Carl Barks zu bringen. Mitunter gelingt ihnen das aber ob der thematischen Tiefe dieses Unterfangen nur in geringem Umfang.

Der Katalog zur Ausstellung bietet neben den eigentlichen Exponaten auch Bilder der als Vorbild der Nachbauten dienenden Comic Panels. Sehr löblich! Obwohl es etwas unfair ist, die geistigen Meilensteine eines Düsentriebs neben den wohl eher als Verbrauchsentwicklungen zu betrachtenen Entwicklungen aus der Zukunft der Legion der Superhelden zu zeigen.


Tolle und lustige – wenn auch kleine Ausstellung. Mehr Infos auf den Internetseiten der Stadt Pforzheim.