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Erschienen
VTES Europameisterschaft!
01/2005
Das muss schon was Besonderes sein, wenn über 150 Leute aus der ganzen Welt für zwei Tage nach Heidelberg kommen. So wie zum Beispiel die Europameisterschaft im Kartenspiel Vampire. Die fand am 27./28. November statt. Und die Spieler kamen. Obwohl es die „Europameisterschaft" war, kamen die Spieler aus den USA, Spanien, Finnland, Frankreich, Österreich und sogar aus Australien. So unterschiedlich wie die Herkunft war dann auch das Aussehen der Teilnehmer. So ziemlich alles war vertreten: Sportshirts, Lederwesten, Business-Outfits, Springerstiefel, Stofffliege, ordinäres T-Shirt, T-Shirt mit Spielanweisung – ein äußerst bunt gemischter Haufen. Bei diesem internationalen Flair war englisch die Verkehrssprache an diesem Wochenende.

Für die Eingeweihten war klar: Da hatten sich die besten VTES-Spieler der halben Welt versammelt. Aber was hat es mit diesem Kartenspiel auf sich? Der Spieler begibt sich hierbei in die Welt der Vampire. Clans mit uralten Führern, aber auch unabhängige Blutsauger kämpfen um die alleinige Herrschaft. Als Waffen gibt es rund 2400 verschiedene Karten. Neben den Vampirkarten gibt es Aktions- und Ausrüstungskarten. Jeder Spieler hat am Tisch 90 dieser Karten bei sich. Während des Spiels versucht man, den linken Tischnachbar auszubluten. Eine Eigenheit bei Vampire ist, dass sich die Spieler absprechen dürfen. So kann man Allianzen bilden, Hilfe anfordern und Versprechen nicht einhalten. Dabei kommt es darauf an, die gegnerischen Spieler gut zu kennen. Welche Spezialkarten gilt es noch abzuwehren? Wer arbeitet mit wem zusammen und kann man vielleicht jemanden hinters Licht führen?

Über die regelgerechte Vampirjagd wachen die Schiedsrichter. Ist diese Kartenkombination erlaubt oder wie ist diese Anweisung auf der Spielkarte auszulegen – die Entscheidungen sind nicht immer einfach und die Schiedsrichter tauschen sich weltweit über gefällte Entscheidungen aus. Obwohl auch ein Quäntchen Glück bei diesem Spiel wichtig ist, die Zusammenstellung der eigenen 90 Karten gerät bei manchen Spielern zur Wissenschaft.

Wenn dann das richtige Deck gefunden wurde, muss es aufgeschrieben werden. Vor der Finalrunde werden alle Decks geprüft. Bei Verstößen wird der Spieler disqualifiziert. Ein herber Schlag für die zumeist weit gereisten Spieler. Und leider mussten am Samstag gleich zwei Spieler erfahren, dass es Fehler in ihren Listen gab. Solche Entscheidungen fällen die Schiedsrichter nicht leichtfertig. Es fiel dem Reilinger Veranstalter und Schiedsrichter Johannes Walch sichtlich schwer, dieses harte Urteil zu überbringen. Doch der betreffende Spieler nahm des Schiedsrichters Hand und fast sah es wie eine Entschuldigung für die falsche List aus.

Vampire ist ein blutiges Spiel, doch ein Teilnehmer der Europameisterschaft bestätigte, es gäbe auch Vegetarier unter den Spieler „und das sind nicht die Schlechtesten“ bemerkte er weiter. Natürlich bleiben Meinungsverschiedenheiten nicht aus, schließlich ging es um die Europameisterschaft und um einen einzigartigen Ring als Zeichen des Triumphes. Aber die Art, wie hier alle Probleme bereinigt wurden, lässt doch an eine friedliche Völkergemeinschaft hoffen.



Europameister wurde nach einem Kampf bis tief in die Nacht Rubén Vidaña Ramos. Zeit für lange Siegesfeiern war leider nicht, für viele ging der Flieger Richtung Heimat schon einige Stunden nach Mitternacht. Mehr zum Spiel unter www.vekn.de