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Mike Mignola
Erschienen
Hellboy #6 - Siegerwurm
02/2005
Cross Cult, Asperg
Ganz schön dick und immer noch zu dünn / € 18,- aber unbezahlbar gut
Was ist im Vorfeld über den Titel dieses Bandes diskutiert worden. Im Original heißt diese Geschichte „Conquerer Worm“. Ist man erst einmal mitten in dieser Geschichte drin, dann verwaschen sich die Erinnerungen an diesen Disput zur nebelhaften Erinnerung an eine unbedeutende Bagatelle.

Mignola schafft es erneut seinen teuflisch guten Detektiv in irgendwie dieselbe alte, aber dennoch erfrischend andere Story zuerst verdammt alt, aber im Ende wieder siegreich sein zu lassen. Für Neueinsteiger ist dieser Band nicht besonders gut geeignet. Hier schafft es der Autor, aus seinen sonst eigenständigen Geschichten ein großes Ganzes werden zu lassen. Mit Vorkenntnissen macht dieser Band einfach mehr Spaß.

Es ist fast beängstigend, wie Mignola einen Bogen zur ersten Hellboy Geschichte „Saat der Zerstörung" schließt. Hier soll wie üblich nicht gespoilert werden, aber die Figur im Schatten ist niemand anderes, als – aber wir weichen mal wieder zu weit von einer ordentlichen Rezension ab.

"Sieger Wurm" beginnt in der Vergangenheit. Damals als der maskierte Held "Lobster Johnson" für Recht und Angst unter den Bösewichtern sorgte. Damals, als die Nazis seltsame Experimente und die erste Raumkapsel gestartet hatten. Damals, als Adolf Hitler Fahnen mit Fensterkreuzen stolz in den Himmel reckte.

Heute: Hellboy und sein Freund der Golem sind den Früchten jener Experimente nicht ganz hilflos ausgeliefert. Doch nicht die Gefahr durch die höllischen Deutschen liegt unserem Lieblingssohn der Hölle schwer auf der Leber. Seine eigenen Leute haben seinem künstlichen Freund eine Bombe eingepflanzt. So kann der Golem gesprengt werden, sollte er Amok laufen.

Während in der obligatorischen Burg alte und neue Nazis mit unseren Helden und auch Dämonen kämpfen, nähert sich die damals gestartete Raumkapsel wieder der Erde. Doch ihr Passagier ist nicht mehr derselbe. Wer Hellboy kenn ahnt bereits, hier nähert sich ein Grauen der Erde, das älter als das Leben ist (ist unlogisch, klingt aber super – oder?).

Nun beginnt eine der besten Hellboy Stories, die deutsche Druckmaschinen je produzierten. Natürlich verraten die Bösen ihre Helfer und die Guten bekommen Hilfe und alles endet dann doch noch gut, aber bis es soweit sein wird, bekommt vieles einen neuen Sinn.

Neben den altbekannten famosen Zeichnungen Mignolas, die fast brachial Licht und Schatten zusammenbringen, ist es die deftige Übersetzung, die vor allem im letzten Viertel der Story begeistert. Da ist Hellboy am Ende seines Weisheit, er hat alles gegeben, dem Wurm gewaltig mit seiner steinernen Faust auf die 12 gegeben usw.; aber immer noch vertilgt das Kriechtier alles was lebt. In dieser kritischen Situation greift die Rothaut zu seiner letzten Granate, wirft sie dem Untier entgegen – und das schleudert den Sprengkörper einfach beiseite. Alles ist verloren, keiner kann das Ende mehr abwenden und Hellboy kommentiert das mit einem staubtrockenen „och nö".


In einer der letzten Rezensionen war bei uns zu lesen, dass Hellboy am Besten sein, wenn er kurz ist. Diese lange Geschichte beweist, dass Hellboy immer gut ist. Und bald kommt die DVD heraus, der siebte Band dieser Reihe ist angekündigt, die Vögel singen – die Welt ist schön.