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Erschienen
Die Unglaublichen
02/2005
THQ Entertainment GmbH, Kaarst


Die schönste Film-/Superhelden Überraschung 2004 war „Die Unglaublichen“. In der Werbung wurde ein heiteres Disneyfilmchen versprochen, im Kino erlernte man dann eine fast ernsthafte Superheldenstory mit vielen bekannten und beliebten Versatzstücken. So angenehm wurde man das letzte Mal bei Matrix-Film hinters Licht geführt.

Aber wo Disney draufsteht, da sind die unzähligen Lizenzprodukte nicht weit. Hier geht es um die Umsetzung als Computerspiel.



Die Unglaublichen für den GameBoyAdvance

Das geht schnell, denn auch die Umsetzung scheint schnell gegangen zu sein. Dieses Spiel hat man schon zu oft gesehen. War "Golden Axe" das erste Spiel, in dem sich der Held von links nach rechts fortbewegen musste? Seine Gegner kamen von hinten und von vorne, und konnten zwischen mehreren Ebenen wechseln. So konnten mehrere Bösewichter nebeneinander auf der ganzen Straßenbreite unserem Helden auf die Pelle rücken. Der Held konnte die Gegner nur frontal angreifen. Das war damals bei "Golden Axe", bei "Batman", den "Teenage Mutant Ninja Turtels" und ist jetzt bei den Unglaublichen ein eher ermüdendes Spielprinzip. Leider macht es nur wenig Unterschied, ob man mit enormer Kraft oder elastischen Armen die Gegner zu Boden streckt. Das Spiel hat seinen Charme durch die schönen Standbilder aus dem Film, aber das war es dann auch schon.



Die Unglaublichen für die „großen" Konsolen

Natürlich müssen auch hier die Bösen verdroschen werden. Aber wenn die Welt richtig dreidimensional und wunderbar in Filmdesign gehalten ist, macht es einfach mehr Spaß. Wirklich innovativ ist auch hier nichts, aber die Präsentation ist einfach toll. Lange Ausschnitte aus dem Film stimmen auf die einzelnen Kampf-Abschnitte gelungen ein und es ist einfach toll, die leichten Rätsel zu lösen und nebenbei den Ganoven den Frack zu versohlen. Ein bisschen Schleichen, ein bischen Rennspiel – von allem nicht das Schwerste, da bleibt die Motivation hoch. Die meisten Probleme sind nach dem vierten Anlauf dann doch schnell lösbar.

Unfair wird es, wenn man wie im brennendem Haus Millimeter genau springen muss. Da kommt dann doch Frust auf. Unnötig bedenkt man doch die potenzielle junge Spielerschicht dieses Jump & Run Titels.

Liegt es da an der tollen Filmvorlage, dass man es dennoch immer wieder versucht? Nach dem brennenden Haus kommt dann der grafische Tiefpunkt des Spiels. Flash rennt durch lupenreine Nintendo 64 Grafik zur Schule. Der Dschungel-Level danach entschädigt dann mit kleinen Rätseln und viel Action. Die Entwickler hätten ruhig einpaar Sprachsamples mehr auf den kleinen Silberling packen können. Wenn Mr. Incredible das 20te Mal über seine fehlende Kondition lamentiert, schaltet man am besten den Ton aus.

Jetzt bitte nicht fragen, warum dieses Wechselbad aus knackigem Schwierigkeitsgrad und nicht immer gelungener Grafik trotzdem Spaß macht? Wahrscheinlich sind die Emotionen Schuld. Zuerst fast gefrustet und dann aber ein noch größerer Genuss, wenn man es doch geschafft hat.


Was bleibt ist das Warten auf die DVD oder noch mal ins Kino gehen. Oder doch nochmal die Konsole anschalten und den kniffligen Level im x-ten Anlauf vielleicht doch noch schaffen.