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Dr. Renate Wahrig-Burfeind (Hg.)
Erschienen
Wahrig Deutsches Wörterbuch,
6., neu bearbeitete Auflage
03/98
Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh
1424 Seiten
Was gibt es an einem Wörterbuch zu besprechen, könnte man fragen. Eine Frage, die sich eigentlich sogar fast aufdrängt.

Zunächst sind da einmal die bibliographischen Daten: Über 250000 Stichwörter auf über 1400 Seiten, basierend auf der neuen Rechtschreibung (die, so hofft zwischenzeitlich weit mehr als die Hälfte aller Deutschen, niemals eingeführt werden wird) und versehen mit prägnanten Erklärungen und über 500000 Erklärungen zum richtigen Gebrauch der Deutschen Sprache. Hinzu kommen ausführliche Deklinations- und Konjugationstabellen, Erläuterungen zur neuen deutschen Rechtschreibung und ein mit über 100 Seiten bemerkenswert umfangreiches „Lexikon der deutschen Sprachenlehre".

Daneben aber bleibt, den Wert des „Wahrig", längst zu einem Schlagwort in der praxisorientierten Germansitik geworden, zu beschreiben. Lexika, das ist eine sich mehr und mehr auch im Sinn des „Durchschnittsbildungsbürgertums" festsetzende Weisheit, dienen nicht allein dazu, in einem Einzelfall zu entscheiden, ob eine Schreibweise, eine Umschreibung, eine semantische Erklärung richtig oder falsch ist.

Lexika können einladen, mehr zu forschen, weiter zu lernen, Fragen zu stellen und den Horizont zu erweitern.

Nun könnte man einwenden, der „Wahrig", immerhin schon seit 1966 eines der Flaggschiffe des Bertelsmann-Lexikon-Verlages, sei kein Lexikon im eigentlichen Sinne: „Wortspeicher mit Erklärungen" sei ein zutreffenderer Ausdruck. Tatsächlich zeichnet sich „Wahrig Deutsches Wörterbuch" dadurch aus, daß es Wörter in prägnanter, dabei aber umfassender Weise erklärt, grammatikalische Besonderheiten beleuchtet und Verwendungsbeispiele gibt.

Dennoch: Unter und über dem gesuchten Begriff stehen weitere Worte. Wer genug spielerisches Interesse hat, Spaß am Umgang mit der Sprache, der wird sich im Random-Verfahren der Faszination der deutschen Sprache hingeben. Darin sehen wir den größeren Wert eines Wörterbuches. Zumal, wenn es fachlich kompetent ist, wie der „Wahrig".