2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Erschienen
Die Comics der Hellboy DVDs
02/2005
Cross Cult, Asperg
Comics und Film – es scheint, diese beiden Medien rückten immer näher zusammen. Comics zum Film gibt es schon verdammt lange, die Sprechblasenversion zu „Close Encounter Of The Third Kind“ wird sicher nicht die erste gewesen sein, die kam bereits zum Film 1977 heraus. Comic Verfilmungen haben eine noch längere Geschichte, die schwarz/weißen Flash Gordon Serials von 1936 basierten auf den fantastischen Comics von Alex Raymond aus dem Jahr 1934.

Also eine lange Freundschaft, die zurzeit ein Hoch erlebt.

Und die Verantwortlichen in der Filmbranche scheinen diese Verbindung ernst zu nehmen. Den teueren Versionen des Films Hellboy liegen kleine Comics als Extra bei. Ein netter Zug. Wahrscheinlich nützlicher für den kleinen Comic Markt als für den großen DVD Markt. So lernen die Film-Fans endlich den fantastischen Strich Mike Mignolas kennen. Der Zeichner der Comicvorlage beherrscht das Spiel von Licht und Schatten. Seine Bilder sind kantig und grob – das passt genau zum derben Humor der Geschichte.

Drei verschiedene Comics gibt es. Dem Directors Cut liegt “Die Troll-Hexe“ bei, die Amazon Version mit Büste und noch mehr Extras bringt "Das Experiment des Dr. Carp" und "Die Penanggalan" zum Film-Fan.

Das kleine Format schadet dem Comic nicht, der deutsche Fan ist das ja schon von den lesenswerten Büchern aus dem Amigo Verlag bekannt. Neu ist hier die Farbe, die übrigens auf dem guten deutschen Papier besser aussieht als im normalen amerikanischen Original. Da versaufen gerne mal die knalligen Farben und lassen nur einen dunklen Eindruck zurück. Hier ist alles klar zu erkennen und auch Mignolas harte Zeichnungen kommen gut rüber.

Die Geschichten haben den typischen Hellboy Witz – staubtrocken und manchmal fast nicht zu bemerken.

Die schwächste Story ist „Das Penanggalan“ – kurz und vorhersehbar versucht ein Monster im Urwald unsere Rothaut zu verspeisen. Aussichtslos.

Die „Troll Hexe“ hat da schon viel mehr Inhalt und Biss. Eine hässliche alte Frau erzählt eine herzerweichende Story um hübsche Kinder und verwachsene Trolle. „Dr.Carps Experiment“ glänzt mit monströser Technik und einem großen, wilden Affen und Hellboys sarkastischem Kommentar – ein klares Highlight.

Muss man sich die DVDs wegen der Comics kaufen? Sicher nicht. Solange sich diese Serie gut verkauft wird es sicher auch einmal einen Band geben, der auch diese Storys den DVD-Nicht-Käufer lesen lässt. Als Sammelobjekt dienen sie sicher auch nicht, denn die DVD hat eine wesentlich höhere Auflage als die bereits erhältlichen Comic Bände von Hellboy.


Spaß machen die kleinen Heftchen auf jeden Fall und hoffentlich versucht sich jetzt ein Celluloid Freund auch einmal an der Papiervorlage.