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J. Kelly, D. Rouleau, C. Cross
Erschienen
JLA - Guilty
02/2005
Panini Verlags GmbH, Nettetal
S. 100 / EURO 12,50
So machen Superhelden Spaß! Wohl wegen der nicht mehr ganz so hohen Verkaufszahlen gibt es seit einiger Zeit neue Formate für unsere Lieblingssuperhelden. Die League kommt jetzt in einem Trade-ähnlichen Format mit jeweils dem Inhalt von vier Heften zwischen dem Karton-Umschlag. So bekommt man eine ganze Ladung DC. Und die ist momentan bei der JLA verdammt gut. Heft 4 beinhaltet die US Ausgaben 80 - 83.

Der Dreiteiler „White Rage" ist komplett und spannend. Es dreht sich um eine Sekte, die amerikanische Kinder betreut. Die Pädagogen verfügen über Superkräfte und verhalten sich plötzlich seltsam. Weder die Dame vom Amt, noch das danach anrückende Polizeiaufgebot darf auf das Gelände. Klar, dass hier unsere Helden eingreifen müssen. Aber die haben keinen leichten Stand, den die Erzieher sind in Wirklichkeit „Axis America". Die versammelten Feindklischees überhaupt: Ein Araber mit Krummsäbel, ein Skelett mit einem roten Stern, eine Walküre und der Übermensch - ist es nicht herrlich?

Bei einer großen Explosion geht das gesamte Gelände hoch, und von den Kindern sieht man nichts mehr. Aber es lassen sich auch keine Leichen finden. Zu allem Unglück werden die Guten beschuldigt, die Explosion ausgelöst zu haben. Nebenbei versucht sich der Martian Manhunter von seiner Angst vor dem Feuer zu befreien, und das mithilfe der Schurkin Scorsch. Da wallen nicht nur die lodernden Zungen des Feuers.

Die vierte Geschichte ist eine Reise in eine alternative nahe Superheldenzukunft. Auch Supie braucht hie und da mal einen Psychologen. Die Sitzung nimmt uns mit in ein kriegstreibendes Amerika - klingt verdammt vertraut. Versucht da eine triviale Comicserie den Triviallesern etwas zu sagen?

Die Zeichnungen sind modern und nett anzuschauen. Nichts Außergewöhnliches, aber alles andere als schlecht. Macht einfach Spaß diese gelungene Mischung aus Graffiti, Animated Stil mit einer Prise Realismus und einer Prise Karrikatur - anschauen.

Der Preis liegt über dem der amerikanischen Einzelhefte, dafür gibt es die Übersetzung ins heimische Idiom.


Nicht nur nette Unterhaltung sondern auch ein überraschender Mix aus Feindbildklischee und amerikanischer Selbstkritik.