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Erschienen
Leipziger Tagebuch (2)
04/2005
Es ist schon gemein, wenn an einem Urlaubstag um 6 Uhr 30 der Wecker klingelt. Aber so ist es geschehen, und da noch fünf andere Leute irgendwann in die Dusche wollten ...

Um 8 Uhr 30 dann endlich die ersten Kontrollen auf dem Messegelände. Perfekt freundliche Sicherheitsleute und eine fast jungfräuliche Messe. Nur noch 90 Minuten bis zum Chaos. Nach dem der Dojinshi Markt vorbereitet war die letzten Test: Batteriecheck okay, Kamera auch okay, also ran an den Feind.

Da standen wir nun, nur zirka 15 Meter von der brodelnden Fan-Masse entfernt. Zwei Ordnungshüter und ein schmales Band hielt die vor allem weibliche Masse in Schach. Noch kamen vereinzelt Aussteller durch die Absperrung, doch die 10 Uhr Marke kam immer näher. Dann der Gong, eine freundliche Durchsage und dann wurde gerannt, was das Zeugs hielt. Gerade Mal zwei Bilder Zeit bis zum unweigerlichen Verlassen des Ganges, entweder freiwillig zur Seite, oder von der Masse mitgerissen.

Zehn Minuten später zurück am Stand fällt als Erstes der leere Ständer bei EMA auf. Wo noch eben knapp hundert Shinkans standen nun nur noch Leere und kein Nachschub. Aber der kommt dann doch noch und die Verlagsleiter Georg Tempel erlebt eine echte Sisyphusarbeit, denn schneller als er die neuen Prospekte in den Ständer stellen konnte wurden sie von den Fans mitgenommen.

Und wie man es Allerortens vermutete, der Samstag ist von verkleideten Manga-Fans beherrscht, zumindest im Comic-Bereich. Der Dojinshi Markt ist voll besetzt und „Marktleiter" Jan Hartmann begeht einen folgenschweren Fehler: Er sieht sich eine Mappe mit Fan-Art an und gibt seinen Senf dazu. Plötzlich waren da mindesten zehn Nachwuchszeichner die sehr interessiert aber nichts desto trotz den Eingang versperrten. Dieses Problem erkennend zog man in die hinterste Ecke des Marktes zurück. Jan sah den Eingang erst am Abend wieder, denn der Strom an kritikhungernden Nachwuchszeichnern riss nicht ab. Zeitweise wurde mit vier Mann Mappen gesichtet. Und immer wieder tauchten erfahrene Zeichner auf, die erst einmal die hohe Qualität der Zeichnungen bestaunten und dann ein paar Tipps aus dem Nähkästchen zu geben.

So bekam man von der Buchmesse außer ein paar schwarzen Wänden nicht viel zu sehen. Aber die positiven Rückmeldungen der Zeichner/innen, die sich nicht nur geduldig, sondern dankbar die gesammelten Meckereien anhörten machten das alles wett.

Der Abend erlebte fünf völlig geschaffte Badener. Nach einem guten Essen, echter Ost-Faßbrause und dem besten Kommentar des Wochenendes „Ah, ihr kommt aus den alten Bundesländern" durften kaputte Füße endlich etwas Frischluft schnuppern. Aber warum hat sich die Frischluft so schnell verzogen? Es gibt unergründliche physikalische Gesetzte, denen man nicht näher nachgehen sollte. Und Schwarzbier schmeckt mit Cherry Cola erst so richtig gut ;0)

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Die Bildergalerie: