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Erschienen
Leipziger Tagebuch (Ende)
04/2005
Leipziger Tagebuch (3)



Sonntag, der Tag danach. Und ein Tag der Arbeit. Es galt, drei deutsche Comiczeichner zu Rezensionen eines Comics eines anderen deutschen Zeichner zu bewegen. Mit EGO von den Hirntoten, Guido Neukamp und Mawil ein Mal quer durch die immer breiter werdende Comicwelt. Biien ist ein waschechtes Abenteuer mit fantastischen Elementen, Terror ist - Ego verwahrte sich energisch gegen den Vergleich mit den Happy Tree People, und Mawil mit seinem autobiografischem „Die Band".

Was dabei rauskam, kann man in der nächsten Soundwords hören. Dann warteten im Dojinshi Markt noch etliche Jung-Zeichner mit ihren Mappen. Die Flucht in den Cosplay Saal war also das Naheliegenste. Dort tummelten sich dann die Verkleideten und deren Freunde nun schon den zweiten Tag. Cosplay eben und wie immer der Großteil der Gags nur für Insider. Wer nicht lacht, outet sich als unwissend.

Die danach im Comicbereich abgesessene Runde beim Winx Kartenspiel war dann wieder recht infantil, aber sehr lustig. Was soll auch dabei herauskommen, wenn zwei über Dreißiger ein Spiel für zehnjährige Mädchen spielen. Mit Feenringen am Finger und einen Würfel bewaffnet, rochen also zwei Alte an neuen Spielkarten und hatten einfach eine Viertelstunde Spaß. Und das Köfferchen zum Spiel ist einfach liiiiiiieb!

Zurück am Stand folgten vier Stunden Mappensichten. Neben den unzähligen Mädchen zeigten sich auch eine Hand voll Jungs. Und die hatten es wirklich drauf. Hoffentlich klappt der Kontakt mit Weißblech, denn einer der Herren hatte das Monstermalen einfach im Blut. Auf das erste Heft der Horrorschocker mit dem jungen Talent freue ich mich jetzt schon. Das zweite Aha-Erlebnis war ein Dreigestirn. Ein perfekter Zeichner mit Story schreibender Freundin und organisierendem Freund. Und unzufrieden mit sich wie alle guten Zeichner. Hoffentlich schafft er es, seine Arbeit zu einem Ende zu bringen, den die Zeichnungen waren perfekt. Nur die abschließende Frage provozierte eine für ihn vernichtende Antwort: „Du meinst also, es ist ein guter Manga?" Nein, das war es nicht. Die vorgelegte Geschichte ähnelte zu sehr aktuellen Produktionen aus dem franko-belgischen als dass es als Manga durchgehen könnte. Diese Tatsache erschütterte den Jungzeichner – muss es nicht! Hoffentlich nimmt er sich unsere Bitte zu herzen, macht seine Geschichte fertig und bringt sie nächstes Jahr wieder mit nach Leipzig.

Ein weiterer Zeichner setzte sich deutlich niedergeschlagen in den Dojinshi Markt. Neben einigen ihm bekannten Fehlern und ein paar noch nicht bemerkten klagte er sein Leid über schnelle Absagen bei den meisten Verlagen währen der Buchmesse. Vielleicht klappt es ja doch beim deutschen MAD. Der Stand von Dino war ja auch nur Schritte entfernt und in der Mappe schlummerte ein neuer Ruthe – nur Freistellen mit Photoshop muss er noch arbeiten, aber das klappt sicher.

Kurz vor Ende der Messe gelang dann doch noch das letzte Interview. Mawil zeigte sich als nicht an Fantasy Interessierter, hat aber trotzdem gut mitgemacht. Kamm es zur letzten Begegnung auf der Buchmesse, aber die hat sehr viel Spaß gemacht. Ripper Records sind ein noch kleines Hörspiel Label. Gerade mal vier CDs sind auf dem Markt, aber was für welche. Zumindest lässt „Breakthrough", das Hörspiel, das uns die nächtliche Fahrt nach Hause verkürzte, auf durchweg hohe Qualität schließen. Und den beiden Machern merkte man auch in den letzten Stunden der Buchmesse den Spaß an ihrer Arbeit an. Vielen Dank für diese halbe Stunde.

Der Messe Sonntag endete mit einer letzten Durchsage und dann einem schnellen Abbau. Beim Abendessen unter den goldenen Bögen der Zivilisation brachte dann noch mal viele der Aussteller zusammen und danach nur noch der dunkle Schlauch der nächtlichen Autobahn bis zum nächsten Tag und dem eigenen Bett.

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Die Bildergalerie: