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Erschienen
Gunslinger Girl
Anime
06/2005
Anime Virtual, Frankfurt
4 DVDs / je ca. EURO 25,-
Kleine Mädchen mit großen Kanonen. Darauf könnte man Gunslinger Gilr reduzieren. Und tatsächlich werden in diesem Anime auch etliche Menschen von Minderjährigen Mädchen mit Uzis und anderen Waffen umgelegt. Aber eigentlich dreht es sich bei Gunslinger Girl um etwas ganz Anderes.

Angelegt ist die Geschichte in unserer Welt. Ganz normale Autos, Waffen und Städte. Dass die Mädchen Cyborgs sind, kann man ihnen nicht ansehen. Also keine Fantasy oder Science-Fiction Orgie. Dann wenigsten Action satt? Auch das nicht. Das Anime ist seltsam ruhig. Und das, obwohl die Luft sehr oft voller Blei und Blut ist.

Gunslinger Girls erfüllt also die Erwartungen, die man an einen Agentenanime mit mordenden Mädchen stell nicht – was bietet diese Geschichte denn nun? Hier gibt es Gefühl.

Und das mit der groben Kelle.

Die Mädchen haben alle ein sehr trauriges Schicksal. Ob das kurze Leben bisher aufgrund einer unheilbaren Krankheit ausschließlich im Krankenhaus verbracht wurde, oder das Mädchen von den leiblichen Eltern verkauft wurde, normale Mädchen sind nichts für die „staatliche Gesellschaft für soziale Wohlfahrt“. Die suchen sich für ihre Agentinnen nur Mädchen aus, die ohnehin schon auf der emotionalen Müllhalde liegen. Die werden dann operativ verbessert, damit sie mit den schweren Waffen umgehen können.

Geleitet werden die Mädchen von ihrem persönlichen Agenten. Diese Paare nennt man Fratellos. Bei den Einsätzen übernehmen die Mädchen den Drecksjob und die Agenten lenken sie nur. Sollte das nicht gut genug klappen, kann die mentale Konditionierung der Mädchen verstärkt werden, was deren Lebenserwartung weiter senkt.

Da fängt für einige der Agenten das Dilemma an. Denn ihre Schützlinge sind eben nicht nur Maschinen, sondern auch kleine Mädchen mit einem ziemlich kaputten Herzen. So entwickeln sich immer tiefere Beziehungen zwischen den unleichen Partnern. Wie unterschiedlich das ausehen kann, wird in den 13 Folgen der Serie gezeigt.

Gunslinger Girl ist also eher eine Psycho-Studie als eine Agenten/Action Serie. Und die geht unter die Haut. Was immer wieder stört, ist die betont betuliche Art, mit der die deutschen Synchronsprecher ihre Arbeit machen. Das klingt an vielen Stellen einfach klinisch kalt. Aber vielleicht ist das ja auch beabsichtige, ist doch schon der japanische O-Ton sehr verhalten.

Wer sich dieses Anime anschauen möchte, sollte sich auf einige sehr traurige Momente einrichten. Klar, es gibt auch etwas Action, aber die vergisst man vor lauter Traurigkeit sehr schnell. Die Animation ist zeitgemäß. Computeranimationen sind nicht zu bemerken, hier liegt der Schwerpunkt auf der Story, nicht den Bildern.

Die 13 Folgen sind auf vier DVDs verteilt. Die erste DVD gibt es auch mit Schuber und ein paar netten Extras wie Aufkleber und Booklet. Neben der deutschen und der japanischen Tonspur gibt es noch das Ganze auf Französisch, da sogar in 5.1 Ton, der allerdings Fehler in der Positionierung haben soll.


Gunslinger Girls ist ein sehr gefühlvoller Anime, der etwas unterkühlt wirkt, aber unter die Haut geht.

 

 

 
 

©:Anime Virtual S.A.