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Erschienen
Gunslinger Girls
06/2005
EMA, Köln
EURO 6,50
Die vierte DVD des Animes bei Anime Virtual gab es auch in einer Version mit Manga und als Extra oder Gimmick mit einem Schlüsselband. Solche Manga/Anime Bundels haben in unserem Nachbarland Frankreich schon eine lange Tradition, bei uns ist dieses Angebot noch ein Novum.

Obwohl das Manga im Land der aufgehenden Sonne die Vorlage für den Anime war, ist bei uns die Veröffentlichung auf DVD komplett, während der Manga erst startet.

Eines sein vorweg genommen: Anime und Manga gleichen sich sehr.

Das ist aber gar nicht normal. Wer schon einmal den Akira Film sah und den Manga gelesen hat, weiß, dass es trotz des gleichen Titels zwischen den beiden Umsetzungen erhebliche Unterschiede geben kann. So erzählt der Manga Hellsing zwar zu Beginn auch die Geschichte, die wir von der Ausstrahlung bei VIVA kennen, aber der Manga erzählt die Geschichte danach noch weiter.

Bei den Gunslinger Girls wurde der Manga aber sehr nah dem Original in die bewegten Bilder umgesetzt. Das beginnt beim etwas hölzern wirkendem Design. Da ist wirklich kein Strich zu viel und kein unnötiges, verspieltes Detail zu erkennen. In manchen Panels wirkt das dann auch etwas kantig und zuweilen auch fahrig. Aber auf Grafik wird hier eben nicht der größte Wert gelegt, es kommt auf die Story an.

Und die ist wie beim Anime sehr psychologisch. Da man beim Lesen die Geschwindigkeit selber bestimmen kann, wirkt der Manga fast noch besser als der Anime.

Lohnt es sich den Manga zu lesen, wenn man den Anime schon kennt? Ja, denn der Manga ist noch nicht angeschlossen und wird wohl ähnlich wie bei Hellsing die Story weiter erzählen. Und es ist interessant zu vergleichen, wie unterschiedlich die beiden Medien Zeichentrickfilm und Comic wirken.

Während der Anime einen großen Teil der Wirkung aus der unterkühlten Synchronisation bzw. den sehr getragenen Sprechern zieht, kann der Manga diese intensive Ausstrahlung aus der Erzählung alleine gewinnen. Doch die sehr einfachen Bilder können den „Nur eben Mal reinschauer“ nicht überzeugen. Da punkten die passen einfach aber dennoch perfekten Bilder des Studios Madhouse.

Was ist denn nun besser? Manga oder Anime? Absolute Geschmackssache. Beide Medien haben Vor- und Nachteile, Stärken und Schwächen. Wem die Story gefällt, sollte vielleicht mal das fremde Medium ausprobieren. Die Story ist fast – da kann man also nichts falsch machen.


Wer die Gunslinger Girls auf kleine Mädchen mit großen Waffen reduziert liegt, wenn auch nicht ganz verkehrt, dennoch völlig daneben. Gunslinger Girls ist eben mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen.