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Erschienen
Conneko 2005
06/2005
unglaublich günstige EURO 5,-!
Gibt es etwas schöneres, als sich mit Gelichgesinnten treffen? Gemeinsam sein Hobby zu erleben? Sicher nicht. Das wissen tausende Taubenzüchter, Briefmarkensammler und Star Trek Fans. Selbst die alles neu erfindende Jugend erkennt dieses Grundbedürfnis des Menschen und trifft sich auf elternverstörenden Veranstaltungen. Das waren früher Punkfestivals und heute heißt das Anime und Manga Convention.

Und es ist einfach so, dass die heutige Jugend mehr Kaufkraft hat, als ihre damals auch jugendlichen Vorgänger. Aber auch die hatten mehr, als die jeweiligen unverständigen Eltern. Es bleibt eben alles beim Alten.

Doch von dieser Lebensweisheit zurück zu Anime und Manga Conventions. Die dürfen gerne 40 und mehr EURO Eintritt kosten – man hatt es ja. Wichtig ist die Gemeinschaft. Aber es ist einfach auch schön, das Ganze etwas günstiger zu bekommen? Und auch wenn Geiz nicht immer wirklich geil ist, nach Ludwigshafen zur Conneko darf man gerne kommen. Für fünf EURO gabs ein ganzes Wochenende Convention Wahn pur.

Es begann mit der langen Schlange vor der Kasse. Letztendlich mussten sogar Karten nachgedruckt werden – ein klares Votum der Fans für die Conneko. Es gab sogar einige Programm-Pläne, die waren aber irgendwie schon Makulatur, als die den Drucker verließen. Dieses Jahr gab es Planungsimprovisations-Theater vom Feinsten. Da musste man einfach die Zähne zusammenbeißen und durch. Und letztendlich hatte man am Sonntag Abend dann doch fast alle Programmpunkte irgend wie auf die Bühne gebracht.

Und da gab es von zu Tode betrübt – der letzte Auftritt von Katsuai wie wir sie bisher kennen war wirklich gut, aber eben leider der letzte in dieser Besetztung, über bekannte TNS Kost, die mal wieder eben TNS waren, bis zu einem herzerweichenden Heiratsantrag. Da musste sogar die Anime-Krankenschwester kommen.

Und das alles vor bis auf den letzten Platz besetzem großen Saal im „Haus“ mitten in Ludwigshafen. Das hochsommerliche Wetter verwandelte aber die Luft dort binnen der ersten Stunden in einen zähen Brei – Conventions sind eben nur was für die Harten.

Brei gabe es auch in der Küche. Ganz in leider nicht mehr zu genießender J-Junk-Manier gab es Leckeres mit unsaussprechlichen Namen. Und am Sonntag Morgen dann sogar eine echte japanische Spezialität: Nato. Das sind fädenziehende gegorene Sojabohnen mit dem leisen Geschmack von sehr lange getragenen Socken. Soll aber echt gesund sein.

Und immer wieder erklang die Frage „Was ist denn jetzt gerade auf der Bühne“ in den Veranstaltungsräumen. Aber sind nicht das Präsentieren der selbstgemachten Kostüme, das Treffen und sich Umarmen, das Miteinander nach dem Programm suchen die Hauptsachen?

Und es ist ja das Chaos, welches Entwicklung überhaut erst möglich macht? So gesehen dürfen wir nächstes Jahr einiges erwarten, denn Chaos gab es genug. Aber eines der freundlichen Sorte. Immerhin gab es eine menge neuer Helfer, die erst einmal die Fülle an unvorhersehbaren Problemen in seiner ganzen Pracht erleben durfte. Der östereichische Verein animate stellte den Großteil der Helfer. Freundlich und gut organisiert, nur eben scheinbar etwas unerfahren. Aber ausfallende Drucker, nicht auffindbare Beamer, das „Haus“ als eine Großbaustelle und ein unsinniger Namensstreit – das muss man erst einmal erleben um es glauben zu können.

Nun fehlte es dem gestandenen Deutschen schon immer etwas an Verständnis für die natürliche Unordnung der Dinge, und darin üben sich dann auch die „Kleinen“. Denn nur wer ein gestandener Spießbürger werden will, sammelt heute schon Tabellen auf denen die Verspätungen und Verschiebungen dann aber bitteschön minutiös festgehalten sind.

Der Rest darf auch nächsten Jahr sicherlich wieder grüne und überschäumende Brause genießen, TNS beim Haare nach hinten werfen bewundern und sich vor der Kamera, sei sie auch noch so klein oder alt, in Pose werfen. Dann vieleicht nicht mehr auf der Conneko, sondern auf der Coneko, aber hoffentlich wieder in Ludwigshafen und dann in einem frisch renovierten Prachtbau zu – man darf doch mal träumen dürfen - den selben freundlichen Preisen wie seit Jahren gewohnt.


Chaotisch, günstig - Spaß gemacht!

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Die Bildergalerie:






 

 

 
 

©:Thomas Dräger