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Erschienen
Duden Korrektor 3.0
06/2005
Duden Verlag, Mannheim
1 CD / ca. EURO 25,-
Deutsch Sprach – schwere Sprach. Und das gilt schon seit lange vor der leider nicht konsequenten Reform. Und deswegen gibt es schon seit frühen Textverarbeitungstagen elektronische Helfer, um mit der Orthografie zurechtzukommen.

Und das Mutterhaus der Rechtschreibhüter hat sein eigenes Programm nun in der dritten Version auf den Markt gebracht. Für EURO 25,- eine verlässliche Hilfe gegen Vertipper und auch gegen Satzbaufehler. Der Korrektor erkennt wesentlich mehr als die Microsoft-Rechtschreibprüfung, die bis dahin wohl die Beste war.

Leider braucht das Programm ordentlich Rechleistung. Unterhalb der Gigaherz-Grenze mutiert die Texterfassung da zum digitalen Meditations-Training. Das gilt besonders, wenn man sich den nicht im Lieferumfang befindlichen Patch noch nicht installiert hat. Selbst mit ausgeschalteter Sofortprüfung ist an Arbeiten mit dem Programm nicht zu denken. Auch mit dem Patch gewinnt der Duden Korrektor keine Geschwindigkeitsrekorde, aber man kann mit ihm arbeiten – die ausgeschaltete Sofortkorrektur vorausgesetzt.

Aber die nicht brauchbare Grundversion ist nicht der einzige Stolperstein aus dem Hause Duden, der zwischen dem Duden Korrektor und einem zufriedenen Kunden steht. Da wir schon früh das Programm testeten, bekamen wir erst einmal eine 2.0 Version zur zeitlich begrenzten Ansicht. Nach einer Testphase musste man das Programm kaufen. Bei einem guten Programm gar keine Frage. Und da damals, im Sommer 2004, die 3.0 Version schon fast in der Auslieferung war (laut Auskunft des Duden Verlags), durften wir auf die 3.0 auch warten. Aber die kam und kam nicht. Eine Verschiebung nach der anderen und dann, im Frühjahr 2005, dann endlich das fertige Produkt. Nur konnten wir das nicht beim Duden kaufen, die hatten das Programm nicht. Also haben wir das Programm im Buchhandel gekauft – die nicht benutzbare Version.

Und weil telefonische Abmachungen mit dem Duden Verlag nichtig sind, schicken wir jetzt die alte Version zurück. Abgemacht war, dass beim Kauf dieser Schritt des Testens hinfällig würde.

Da hilft auch kein Gespräch mit der Beraterin im Duden Verlag. Die benachrichtigte uns von unserer Verpflichtung per E-Mail. Mit ein paar Fehlern (keine Rechtschreibfehler) drin und den Sprechzeiten, aber leider keiner Telefonnummer. Nachdem wir dann doch die Telefonnummer recherchieren konnten, wurde uns, die wir auf der normalen Festnetznummer anriefen, die Verbindung getrennt. Davor verriet man uns noch die kostenpflichtige Hotlinenummer, unter der wir dann anrufen durften. Okay, 12 Cent pro Minute sind nicht viel, aber über die Kosten wird man nicht informiert. Den Preis bekamen wir nur auf Nachfrage genannt.

Schade, dass der Duden Korrektor nicht mit dem kostenlosen OpenOffice zusammenarbeitet. Gut sind die Erläuterungen zu den gefundenen Fehlern, auch wenn das natürlich nicht immer wirklich Fehler sind.

Dieser Text ist durch den Korrektor gelaufen.

Den Duden Korrektor wollen wir nicht mehr missen, nur auf den verwaltungstechnischen Unmuss hätten wir gerne verzichtet und statt dessen über verbraucherfreundlichen Support berichtet. Aber vielleicht ist der ja noch im Aufbau.


Das Programm ist nach dem Patch den restlichen Mitbewerbern auf dem Markt klar überlegen, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt.