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Erschienen
Comics in der Kulturnacht Speyer
06/2005
Es war ein gold-silberner Satin Himmel, der sich über die erwachende Kulturnacht in Speyer legte, als sich Comic- und Jazz-Fans in der Villa Ecarius in Speyer trafen. Denn die VHS hatte zu einem bunten Programm geladen. Saxofon-Musik, kriminelle Chansons und wissenschaftliche Berichte aus dem Duckschen Universum gab es zu genießen. Duck – die lustige Ente aus der Micky Maus? Passt das zu einer der Bildung verschriebenen Institution wie der Volkshochschule? Hatten uns unsere Eltern nicht vor dem hirnerweichenden Medium Comic gewarnt, liegt hier nicht für mehr als eine Generation der Kern des Übels, das der Welt die Pisa-Studie verdeutlichte?

Wenn ja handelt es sich dann um eine weltumspannende Bedrohung. Zu dieser Einsicht musste man zumindest gelangen, denn Wolfgang Klingel stellte Tim und Struppi Alben in 60 verschiedenen Sprachen aus. Die teilten sich den Platz in den Vitrinen mit Spielkarten und Modellen nach Motiven aus den Abenteuern aus der Feder der Comic-Legende Hergé. Vier Sprachen fehlen dem Sammler noch, aber so lebendig, wie der mittlerweile ergraute Speyerer ist, wird er seine polyglotte Raritätensammlung noch in den nächsten Jahren erweitern.

Hoffentlich fallen die Ausstellungsstücke nicht den zahlreich erschienenen Panzerknacker in die Hände. Die haben sich aber ganz untypisch der Verteilung von Informationen, Getränken und Speisen angenommen. Nur an einer zentralen Stelle, die dann auch zum Nadelöhr wurde, erpressten die bekannten Diebe monetäre Gaben von den Besuchern. Dass sich auch viele Frauen unter den in traditionellen roten Shirts erschienenen Gaunern befanden, war den angereisten Donaldisten neu. Dabei wissen die sonst alles, was mit den Enten und sonstigen Bewohnern der Welt um Dagobert und Donald Duck zu tun hat. „Über die Fluchtkultur in Entenhausen“ und „Der Betrug in Entenhausen“ beleuchtete zwei, so sicher noch nicht erfasste Aspekte in den sonst als Kinderkram verrufenen Sprechblasengeschichten. Doch der inhaltlichen Gewichtigkeit war sich das Publikum wohl bewusst, warum wäre sonst beim ersten Vortrag kein Platz mehr zu erhaschen gewesen. Und auch der zu später Stunde gehaltene zweite Vortrag konnte den Vortragssaal wieder gut füllen.

Auch die Kinder hatten ihren Spaß. Beim Stofftaschenbemalen war mehr los, als sich die Macher vorgestellt hatten. Aber kein Problem, da wurden einfach noch ein paar Farben mehr organisiert – nur zum gemütlichen Lesen in der Bibliothek kamen die Betreuer dieses Programmpunktes erst später.

Der dritte Programmpunkt war die Illumination des ohnehin schon sehr sehenswerten Gebäudes an sich.


Sehens und hörenswert war die Comic- und Jazz-Nacht in Speyer, vielleicht eine gewagte, aber eine interessante Mischung und die laue Frühlingsnacht hatte zu der gelungenen Veranstaltung nach dem atemberaubenden Abendhimmel das I-Tüpfelchen aufgesetzt.

Und wer es verpasst hat kann sich hier die beiden Vorträge anhören:
Entenhausener Fluchtkultur
(mit einem furiosen Aufruf am Ende des Vortrags) anhören | download
Betrug anhören | download

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Die Bildergalerie: