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Joe Casey / Gilbert Monsanto
Erschienen
Hellcop #1 + #2
01/2000
Panini Verlags GmbH, Nettetal
2 x 48 Seiten / je DM 5,95
Die Welt ist schlecht. Die Hölle auch, so jedenfalls die Einsicht von Hellcop Virgil Hilts. Die Hellcops sind eine Art Grenzpolizei zwischen unserer Welt und der Hölle, zwei Welten, die seit der Erfindung der Sprungtore nur noch einen Schritt weit voneinander entfernt sind.

Hilts ist ein guter Cop, voller Ideale von Gerechtigkeit und so weiter. Seine Partnerin sieht das ganz anders, darum verstehen sich die Beiden auch nicht besonders gut. Das ändert sich erst, als bei einem äußerst merkwürdigen Einsatz eben diese Partnerin mit Hilts Waffe fast erschossen wird. Nun fühlt er sich verpflichtet, den Fall aufzuklären.

Es geht um eine Frau, die ein Kind in die Hölle entführt hat. Das Besondere ist, dass die Frau nicht irgendeine Frau ist, sondern die Frau des Erfinders der Sprungtechnologie und dadurch quasi des Herrschers der Welt. Und bei dem Kind handelt es sich um ihr Kind. Nach und nach kommt Hiltz hinter ein Komplott, das von denen ganz weit oben gesponnen wird.

Hellcop ist ein Film Noir im Fantasy-Milieu. Statt verregneter Straßen sind es hier die Straßen der Hölle und statt der Unterweltbosse gibts dämonische Kräfte. Die düstere Stimmung rund um den Looser/Helden ist Unheil schwanger und auf ein Happy End sollte man sich auch nicht freuen.

Bei den Zeichnungen hat man sich den franko-belgischen Comics angelehnt, was eine erfreuliche Abwechslung zum gewohnt perfekten Image-Hausstil darstellt. Ein bisschen mehr Perfektion wären zwar wünschenswert gewesen, aber man kann eben nicht alles haben. Dagegen ist die Farbe imagetypisch bunt und gekonnt. Die Cover sind von anderen Künstlern gezeichnet, bieten also keinen Eindruck des Comics.

Anders als bei mach anderen Mini-Serien ist Hellcop eine abgeschlossene Story. So richtig mit Anfang, Handlung und Schluss. Neben den bekannten Klischees des Film Noir wie bestechlichen Cops und der No-Win-Situation für den Protagonisten werden moderne Elemente wie ein Lesben-Paar und einige Spritzer Brutalität geboten. Die beiden Elemente werden nicht zu sehr strapaziert, verkommen also nicht zum Selbstzweck. Trotzdem besonders auf Grund des Blut-Faktors nichts für Kinder.


Hellcop ist klischeehaft und platt, trotzdem hebt es sich wohltuend von der Masse der wesentlich platteren Superhelden-Heftchen ab.

88 Seiten gepflegte Comic-Kost für knappe zwölf Mark - da lohnt sich das Anlesen.