2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Erschienen
Connichi 2005
11/2005
Kassel ist eine Reise wert – zumindest zur Connichi. Aber wie überall auf der Welt gibt es Licht und Schatten. Da waren Menschen, die vor dem Unbekannten die Nase rümpfen und Leute die einfach nur helfen, da gibt es teuere Lokale und unspektakuläre aber sehr günstige und leckere Gaststätten mitten in der Innenstadt (Schnitzel mit Nachschlag für € 5,- und netter Bedienung gegenüber vom Saturn), da gabs tolle Fans und langweilige Show-Acts.

Und natürlich ein Generations-Problem: Den Älteren waren einige Jüngere zu bunt, den Jüngeren waren die Älteren auch mal zu freizügig („Die standen die ganze Zeit lang nackt in der Dusche *grins*“).

Aber zurück in die Kassler Stadthalle, die schon Freitag Mittag sehr gut gefüllt war. Es gab aber auch einen guten Grund, so früh da zu sein: EMA verschenkte Eintrittskarten für den Comic Campus (blaue Armbänder). Das war eine Feier mit Speis, Getränk und Musik in einer alten Kirche. Zu Beginn war die Stimmung noch etwas unterkühlt, viele der Connichi-Gäste waren glücklich, für das Füllen der Con-Bücher einen warmen Raum mit großen Tischen zu haben. Einige Wagemutige haben sich sogar zu den japanischen Gästen gewagt, die sofort das vielleicht ohnehin ungewohnte Besteck fallen ließen und unermüdlich Rede und Antwort standen oder das taten, was fast alle auf der Connichi irgendwann machen: Zeichnen.

Im Hintergrund spielten die famosen "pornophoniques" mit Schlaggitarre und Gameboy für die kleine Schar der Musikfreunde – aber die hatten sichtbar ihren Spaß.

Der nächste Morgen quälte sich nur langsam aus einer kalten Nebelschwade, erfreute die Con aber dann bis spät in den Abend mit wärmender Sonne. Das Programm bot alles, was das Congänger-Herz begehrt: Japanische Zeichentrickfilme in sehr stickigen Räumen, Informations- und Verkaufsstände, Cosplay und Showgruppen, Probleme mit dem Zeitplan – die ganze Palette eben. Bemerkenswert waren zwei Damen, die mit vier Kimonos angereist waren. Mit konzentrierten Mienen kleideten sie Interessierte mit den japanischen Kleidern an. Das dauerte pro Person schon recht lange, aber einmal in einem echten Kimono über die Connichi zu laufen war schon etwas Besonderes.

Der Abend hatte ein klares Highlight: die Siegerehrung des Cosplays. Die klassizistischen Säulen der Stadthalle schienen vor dem euphorischen Beifall zu vibrieren – beeindruckend. Dann die völlig unnötige Band „I Love You Projekt“. Die Musik an sich war toll und mit geschlossenen Augen waren die ersten Lieder auch ansprechend; nur die „Performance“ war unterirdisch. Grobmotorisch Gehopse jenseits des Taktes zu Voll-Play-back trieben spätestens bei der Ankündigung „Wir haben noch eine Stunde zusammen“ viele aus dem großen Saal. Auch „Dream“ konnte nicht wirklich überzeugen – Schade. Da waren die Fan-Darbietungen abwechslungsreicher, echter und interessanter.

Auch der Sonntagmorgen zeigte den frühen Besuchern die kalte Schulter. Doch nach dem wohl von den meisten verpassten Gottesdienst gab die Sonne noch mal Vollgas und flutete den Stadthallenvorplatz mit ihren warmen Strahlen. Und so ging eine unterhaltende, gewachsene und erinnerungswürdige Con zu Ende – zumindest für die Besucher. Die Helfer hatten am Montag noch mal Urlaub genommen, um alles aufzuräumen. Hier mal einen herzlichen Dank an alle helfenden Hände.


Es ist einfach immer toll, so viele engagierte und friedliche Fans zu treffen. Bis zur nächsten Connichi!

_____________________________

Die Bildergalerie: