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Erschienen
Lexikon der Musik 3
01/2000
United Soft Media Verlag GmbH, München
1 CD-ROM / DM 79,90
Lexika in multimedialer Form herauszubringen liegt im Trend - die technischen Möglichkeiten dabei voll auszunutzen, fällt den meisten Anbietern schwer - wir haben bereits mehrfach davon berichtet.

Ein Beispiel dafür, dass es eben doch nicht in den Bereich des Unmöglichen fällt, gute Bedienerfreundlichkeit mir schneller Zugriffszeit und einem augenfälligen Design zu verbinden, kommt aus dem Hause USM - das "Ullstein Multimedia Lexikon der Musik 3".

Die Installation läuft völlig problemlos ab; als Plug-in wird auf das ohnedies weit verbreitete Quick-Time 4 aus dem Hause Apple zurückgegriffen - sollte es nicht ohnedies im System vorhanden sein, wird es von der Installations-Routine mit installiert. Dabei kann das "Lexikon der Musik" ganz sparsam bleiben: In der Minimal-Ausführung wird nur 1 MB Festplattenspeicher verbraten - wer allerdings kein absolutes High-Speed-CD-Drive besitzt und nicht ständig auf den entsprechenden Multimedia-Beitrag warten möchte, sollte mindestens die Standard-, besser die Maximalinstallation wählen: Macht zwischen 45 und 160 MB.

Es erwartet den Benutzer fünf Bereiche, die aber miteinander vernetzt sind:

Die Chronik zeigt die Entwicklung der Musik seit der Gregorianik (um 600) bis zum Nigel Kennedy unserer Tage anhand eines Zeitstrahls auf. Die großen Schlagworte der historischen Fortschritte und die mit ihnen verbundenen Protagonisten sind aufgeführt und können angeklickt werden.

In der Orchesterprobe kann am Beispiel von Beethovens Sinfonie Nr. 3 Es-Dur (Eroica) die Sitzordnung und der Klang im Orchester nachempfunden werden: Einzelne Register können in den Vordergrund gerückt und in der Partitur parallel mitgelesen werde. Was hier toll wäre, um den Effekt zu erhöhen: Wenn man die Register nicht nur in den Vordergrund stellen, sondern als echte Einzelstimmen ohne das restliche Orchester im Hintergrund hören könnte.

Instrumentenkunde ist ein eigener Bereich, in dem die Entwicklung der einzelnen Instrumentfamilien nachgezeichnet wird. Zu jedem Instrument ist ein Klangbeispiel hinterlegt - interessant, einmal zu hören, wie eine Trompete aus der Bronzezeit wohl geklungen haben mag, oder ein Serpent. Was bedauerlich ist: Anders als in den übrigen Bereichen des Multimedia-Nachschlagewerks bleiben die Informationen hier sehr an der Oberfläche; so sind ausschließlich die Instrumentfamilien, nicht aber die einzelnen Instrumente beschrieben.

Das Herzstück ist das Ullstein Musiklexikon von Friedrich Herzfeld, das auch in einer gedruckten Ausgabe zu haben ist: Mehr als 5000 Stichwörtern sind unzählige Musikbeispiele, Bilder und Fotografien beigegeben. Das Lexikon ist umfangreich, wenn auch nicht vollständig; es richtet sich in Diktion und Anlagestruktur an den Laien, kann aber auch einem Profi noch nützliche Hinweise geben. Eine komfortable Suchmaschine macht den Zugriff schnell und problemlos; so lässt sich nach Tondokumenten, Notenbeispielen und bildern getrennt suchen.

Als Bonus ist der CD-ROM das gesamte Werkverzeichnis der "Musikgeschichte in Daten" von Gerhard Dietl (gedruckt bei dtv/Bärenreiter) beigegeben. In den rund 3000 Werkbeschreibungen kann nach Komponist, Werktitel oder zeitlichen Kriterien gesucht werden.

Alles in allem lässt sich dem "Ullstein Multimedia Lexikon der Musik 3" ein gutes Zeugnis ausstellen: Auch wenn die Präsentation der unglaublich reichhaltigen Informationen nicht hundertprozentig perfekt - weil durch eine nicht immer leicht zu durchschauende Fenstertechnik etwas unübersichtlich aufbereitet und in zu kleine Fensterchen gepresst - sein mag, überzeugen eine komfortable Suchmaschine und die Genauigkeit, mit der die einzelnen Artikel und Angebote miteinander verknüpft sind.

Glanzstück der CD-ROM aber bleiben mehr als sechs Stunden Musik, die in einer erstaunlichen Qualität geboten werden: Vertonte Notenbeispiele, kurze Passagen aus bedeutenden Werken und ein ganzer Satz aus der Eroica - und das alles in sattem Stereo-Sound!

Keine Frage: Das "Ullstein Multimedia Lexikon der Musik 3" sollte in der Sammlung keines Musikfreundes fehlen.


, Win 98 und 32 MB RAM oder PCC 601 mit MacOS und 16 MB RAM, 10 MB HDD, 800x600x64K Grafik, 4-fach-CD