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Erschienen
Buchmesse 2005 - der Samstag
11/2005
Der Sondermann, André Juliard und die Gespenstergeschichten



Samstag ist der erste Publikumstag auf der Buchmesse Frankfurt. Tausende Menschen durchströmen die Hallen und machen ein kontrolliertes Vorwärtskommen illusorisch. Man beginnt notgedrungen, sich dem Fluss der Masse anzuschließen. Und wer durch Halle drei die Messe betrat, wurde so zum Comic-Zentrum geführt.

Und das Interesse am Comic war riesig. Das lag sicher nicht zuletzt an den Waffeln, die den Tag im Podium einläuteten. Flix und Ralph Ruthe, assistiert von Antje Haubner und Friederike Strüber, zeigten ihre ganze Kochkunst. Immer voller wurde es vor dem Podium und das Publikum erfreute sich im Anschluss an den multimedialen Ergüssen des Satiremagazins „Titanic“.

Ab High Noon wurde der Sondermann verliehen – der Comicpreis der Buchmesse, der Frankfurter Rundschau und des Fachmagazins Comixene.

Obwohl er den Preis schon letztes Jahr verliehen bekam, holte Albert Uderzo seinen Sondermann erst dieses Jahr ab – ein einleitendes Schmankerl für Comic-Fans.

Elke Heidenreich stellte dann in einem eloquenten und humorvoll vorgetragenen und auch viel zu langem Aufsatz Bernd Pfarr, den leider verstorbenen Schöpfer der Figur Sondermann, vor.

Danach ging es Schlag auf Schlag. Preis um Preis wechselten von Veranstalter an Preisträger, immer mit einem humorigen Cartoon vom Pfarr begleitet. Irgendwie schien es, als wollen man keinen der großen Verlage verärgern – mal bekam EMA/Ehapa – mal Carlsen den Preis.

Aber das tat der Freude der Gewinner keinen Abbruch – die Stimmung war toll.

Leicht überrascht schien der Moderator, als die Verlagsvertreterin von Reprodukt sich zur Verleihung des Nachwuchspreises an Arne Bellstorf zu Wort meldete. Moderator: „Wenn sich der Verlag noch melden möchte“ – Verlag: „Möchte er!“ Schöner Einstieg in eine kleine Dankesrede :0)

Der Sondermann ist ein Publikumspreis und Judith Park – Preisträgerin – saß noch lange im Kreis ihres Publikums (unten links mit Kappe). Ein Beispiel an Fannähe!

Hinter dem Podium wuchsen die Schlangen vor den Signiertischen auf bisher ungekannte Längen, was zu leichten Platzproblemen führte. Aber die neue Platzeinteilung hat sich als Verbesserung herausgestellt.

Der Fan des Frank-belgischen Comic hatte ja schon mit Uderzos Kurzbesuch seine Freude, und beim Interview mit Andre Juliard wurde er zur Gänze zufrieden gestellt. Schade, dass entgegen dem Grundsatz „In die Muttersprache wird übersetzt“ eine Französin die Antworten des Meisters der Ligne Claire vortrug. Glücklicherweise war Eckart Schott mit auf dem Podium, und konnte einige Unverständlichkeiten auflösen. Wer sich die geballte Ladung Info über „alte“ Comics anhören möchte - Bitteschön:

Panel Teil 1 (2,4 MB)
Panel Teil 2 (1,7 MB)
Panel Teil 3 (2,7 MB)
Panel Teil 4 (1,7 MB)
Panel Teil 5 (1,5 MB)
Panel Teil 6 (5,1 MB)
Panel Teil 7 (0,8 MB)


Am Rande der Präsentation der koreanischen Comics – die durch euphorische Fans einiges zur Lebendigkeit dieses Jahr beitrugen – plauderte Gespenster Heft Redakteur Ewald Fehlau (rechts im Bild im Gespräch mit Andreas Dierks von www.comic.de) aus dem Nähkästchen. Der Mann hinter dem zweitältesten kontinuierlich erscheinendem Comic-Magazin Deutschlands sparte nicht mit Pointen und Anekdoten, alleine das war die Reise wert.



Ein Fest für Fans franko-belgischer und asiatischer Comics.