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Robert Labs
Erschienen
The Black Beach
Ein Surfermärchen
11/2005
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
112 Seiten / € 7,90
Robert Labs kann einfach super sexy Mädels zeichnen! Da war eine Story im Surfermilieu wohl auch nur eine Frage der Zeit, denn wie sonst kriegt man so viele Damen in knappen Bikinis sinnvoll aufs Papier? Eben, und deswegen kehrt der Super-Surfer Han aus dem Exil in der Stadt zurück auf seine Insel in den warmen Schoss seiner Clique. Nur Zit mag das gar nicht, denn er hatte in der Abwesenheit des Wellengottes den Chef markiert. Bikinis, Sonne, Strand und Slapstick schon ab Seite eins, auf der die im Flugzeug reisenden Bienen voller Trauer erfahren, dass der Werbespruch „... wo Milch und Honig fließen“ leider nicht wörtlich gemeint war. Ja, es wird tierisch. Und sogar tierisch komisch, wenn zum Beispiel das fette Schwein und die dumme Kuh am Wochenende Elefanten ins Meer schmeißen. Liest sich wie ein aktueller Cartoon – gelle?

Aber zurück zu den Surfern und der Schildkröte – die taucht nämlich auf die Frage des verkaterten Han „was noch alles passiert ist“ unter der Bettdecke auf. Davor gibt’s aber noch die völlig anatomisch falschen aber dennoch sehr geilen und unverhüllten Kurven von Tami bewundern. Die ist Zits Ex und damit gibt’s Ärger.

Um es kurz zu machen: Han wird noch eine mächtig riesige Welle reiten, ein böser Gott wird befreit und Tami wird Hans Kinder großziehen.

Noch ein wenig Kritik: Wo viel Licht, da auch Schatten, und der legt sich dann doch leider etwas zu verdunkelnd über die Seiten aus der Unterwelt. Noch nicht „Berlin Alexanderplatz“ (Das Nonplusultra des abgedunkelten Fernsehfilms, düsterer ist nur ein Stromausfall), aber etwas zu sehr auf der Dunklen Seite.

Und zeichnerisch ist Black Beach irgendwie das deutsche Kind von Walt Disneys „Hercules“ – nicht die schlechtesten Eltern. Das fängt bei den Proportionen an und hört bei den farbigen Umrandungslinen nicht auf.

Robert Labs hat den flotten Strich aus seiner Manga-Erfahrung in ein sexy, voll in Farbe und von vorne nach hinten zu lesendes Abenteuer gepackt. Dabei begibt er sich in die Gefahr, bei den Manga-Vereherern als Verräter zu gelten. Ja, so kann die Jugend sein. Aber vielleicht wollen die älteren Leser ja auch nichts von jemandem lesen, der mal die verhassten Kindercomics gezeichnet hat? BeideGruppe würden viel verpassen, den „The Black Beach“ ist technisch sehr ordentlich, voller Slapstick-Humor und erzählt eine abgeschlossene und sogar spannende Story. Ach – und sexy ist es auch, falls das noch erwähnt gewesen sein sollte :0)


Unbedingt lesen!