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Nach einer Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle
Erschienen
Die vergessene Welt
12/2005
Ripper Records, Sparrieshoop
Doppel-CD / € 19,90
Gute Hörspiele sind Kino fürs Ohr und „Die vergessene Welt“ ist Ohrkino in Farbe und Surround Sound. Nein - nicht das Hörspiel an sich, das mit dem Surround-Sound war nur bildlich gemeint.

Ripper Records macht wunderbar altmodische Geschichten. Nicht nur dass die Vorlage aus dem Jahr 1912 stammt, auch die Sprecher schaffen es, so etwas wie klangliche Patina zu erzeugen. Die Figuren sind stereotyp: Der draufgängerische Jäger, der wagemutige junge Reporter, der zweifelnde und arrogante Professor und der von der schulwissenschaft belächelte Entdecker.

Zusammen machen sich die Figuren auf, die letzten Dinosaurier auf unserer Erde zu entdecken. Sicherlich kennt jeder die Geschichte, es ist schließlich ein Klassiker der phantastischen Literatur.

Die Umsetzung als Hörspiel ist sparsam und deswegen effektvoll und hat das Zeugs, selbst ein Klassiker zu werden. Es hört sich wie ein gutes altes Buch an, das den Leser mit auf eine Reise nimmt. Ripper Records verzichten auf reißerische Momente, erspart dem Hörer aber gelegentliches Erschrecken nicht. Und das ist gut so, denn so wird der sich aus dem Himmel herabstürzende Dieb in der Abendstunde zum nicht nur hörbaren, sondern zum fast greifbaren Erlebnis.

Und natürlich kann man einiges über uns Menschen lernen: Auch verbohrte Zyniker können noch lernen und Frauen sind von uberechenbarem und wankelmütigem Charakter – wunderbar altmodisch.


Für alle Menschen mit Ohren.