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T.C. Boyle
Erschienen
Grün ist die Hoffnung
02/2006
Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München
442 / € 9,-
Ein Jahr lang wollen drei schräge Typen in den Bergen nördlich von San Francisco Marihuana anbauen. Der Plan lautet: Sich Mühe geben, fleißig und diskret bleiben und natürlich viel Kohle machen.

Als Felix eines Nachts einen Besuch von Vogelsang bekommt, denkt er noch nicht mal im Traum daran, in kurzer Zeit an einanderthalb Millionen US-Dollar zu kommen. Das Angebot klingt verlockend. Alles, was er machen muss, ist zum Sommerlager fahren, 2000 Sprösslinge anpflanzen, zusehen wie diese wachsen um sie dann zu ernten, zu verkaufen und somit Unmengen von Geld zu verdienen.

Doch alleine packt er das natürlich nicht, also nimmt er noch seinen alten guten Freund Phil und dessen Kumpel Gesh mit. Der Boss der ganzen Aktion ist Vogelsang. Denn immerhin gehört ihm das Grundstück auf dem das Gras angebaut werden soll. Und dann wäre da noch ein Genie namens Dowst. Er ist der, der sich mit den Pflanzen auskennt. Er hat auch die günstige Prognose bezüglich der Höhe des Gewinns gegeben. So machen sich die drei Kollegen, Felix, Phil und Gesh, voller Optimismus und Tatendrang auf in die Berge, um Dope anzupflanzen. Doch wie es das Schicksal so will, steht das Unternehmen von Anfang an unter keinem guten Stern.

Da wären die lästigen Nachbarn, die viel zu viele Fragen stellen, der Cheriff des Kaffs, der Felix offensichtlich auf dem Kicker hat, der Bär, dem die Wirkung der Droge offenbar sehr gefällt, das beschissene Wetter, das alle Pflanzen zu Nichte zu machen droht und natürlich das größte Unglück, Felix und die Frauen. Der Optimismus verringert sich Tag für Tag, die Langeweile wird größer. Denn sind die Felder erstmal eingezäumt und die Samen angepflanzt, fängt die Zeit des Wartens und des Bangens an. Da stehen Alkohol und die vielen Joints auf der Tagesordnung. Also sucht man nach irgendwelcher Ablenkung und das führt zu Katastrophen ...

Der Roman ist sehr ausführlich geschrieben. Der Schreibstill erinnert, wegen der vielen Adjektive, an den eines Trivialromans. Da können die ständigen Vergleiche und Umschreibungen einem schon als lästig erscheinen. Doch dafür ist die Geschichte an sich sehr interessant.


Und eines steht fest, man muss nicht unbedingt ein Junkie sein, um bei dem Buch auf seine Kosten zu kommen.

Ekaterina Prokazova