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Vernes / Vance
Erschienen
Bob Morane 1 – Die Atomschmuggler
03/2006
epsilon Verlag Mark O. Fischer, Pinneberg
48 Seiten / € 10,00
Die gute alte Zeit der franko/belgischen Comics! Das Zack brachte jeden Monat Michel Vailant, Blueberry und Luc Orient und begründete damit den Comicgeschmack einer ganzen Generation. Aber diese Zeit ist lange vergessen, das Zack von heute hat nicht mehr den Stellenwert des Originals und muss sich nicht nur gegen die Superhelden sondern auch gegen die marktbeherrschenden Mangas erwehren.

Wie schön ist es in dieser Situation, in die schon erwähnte gute alte Zeit zurückzukehren. Mark Fischers Verlag Epsilon bringt jetzt endlich wieder Bob Morane auf den deutschen Markt. Keine leichte Aufgabe, denn neben den Abenteuern im alten Zack gibt es ja auch noch die Feest Alben. Das macht eine gewinnversprechende chronologische Veröffentlichung nicht einfacher.

Aber der Epsilon-Chef ist zu sehr Comic-Fan, als dass er sich durch solche Schwierigkeiten abschrecken lassen würde. Da sagt der Fan "Danke" und freut sich an dem ersten Abenteuer des Abenteurers Bob Moran aus der Feder des Altmeisters William Vance „Die Atomschmuggler“.

Die Story: Bob und sein Kumpel Bill legen mitten im Dschungel eine Bruchlandung hin. Wen wunderts, dass die Beiden nur einen kleinen Fussmarsch vom Basislager einer bösen Bande von – na? – Atomschmugglern entfernt sind? Damit es nicht zu einfach wird, gibt es im Verlauf des Albums noch eine weitere böse Bande, fremde Freunde und hübsche Frauen. Aber letztere sind natürlich wieder von der bösen Sorte, in diesem Band kann nichts die Männerfreundschaft der beiden Helden gefährden.

Henri Vernes Geschichte ist so altmodisch wie solide. Wer alte Abenteuergeschichten kennt und mag, wird sich hier gleich zu Hause fühlen. William Vance Bilder sind eben Vance. Etwas hart mit feinem Strich, leicht techniklastig und vor allem in diesem Band sehr altmodisch bunt Kolloriert. Da knallen grüne Hemden vor dem roten Hintergrund so richtig hart ins Auge und auch in puncto Licht und Schatten hat sich der Zeichner eine Menge Freiheiten genommen. Wie sollten sonst die roten Anzüge im nur vom Mondschein beleuchteten Urwald so leuchten können?

Aber so war halt die gute alte Zeit. Das muss man mögen, denn wer mag, wird viele Ansatzpunkte zur Kritik finden. Aber wer will schon nörgeln, wenn Bob eine große Propellermaschine durch eine nur Zenimeter breitere Schlucht fliegt? Besser als der Duchschnitts-Superheldenzeichner ist er alle Mal.


Nicht nur für Comic-Historiker spannend und lesenswert und trotz des Alters erstaunlich frisch - ausprobieren!