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Roger Leloup
Erschienen
Yoko Tsuno 24 – Der siebente Code
03/2006
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
48 Seiten / € 8,00
Das ist der Monat der Nostalgie! Zuerst Bob Morane, dann wartet auf dem „Zu-Lesen“-Stapel noch Pittje Pit und neben der Computertastatur liegt der neue Yoko Tsuno.

Okay, die beiden letzten Alben waren nicht gerade Aushängeschilder des guten Comics. Aber der Fan freut sich dennoch, wenn die Heldin aus den Kindertagen mal wieder ein neues Abenteuer erleben darf.

Auf den ersten Blick fällt das billige Papier auf. Dünn, ein wenig wellig und hart liegt es in der Hand und die Farben können nicht leuchten. Dafür sieht auch dieser Band genauso aus, wie man sich das von einem Yoko Tsuno Band auch vorstellt.

Die Geschichte erweist sich als überraschend vielschichtig. Klar blättert der gespannte Fan schon mal vorab durch das Album, und der kleine Gleiter lässt auf die Einmischung von außerirdischer Seite hoffen. Und erste Zweifel kommen auf, ist es Leloup diesmal gelungen, zu seiner alten Qualität zurückzufinden, oder taucht der Gleiter einfach so in der Geschichte auf?

Es beginnt mit einer recht freundlichen Entführung. Doch nicht Yoko, sondern Knut ist das eigentliche Opfer. Er muss Schachspielen. Etwas nebulös ist das Verhalten der Tochter des Piloten der Entführungsmaschine. Sie ist sehr aggressiv, trotzdem bietet Yoko dem Mädchen ihre Freundschaft an. Die Geschichte beginnt also wieder etwas „eckig“. Aber dann kommt der Gleiter und alles wird gut – fast alles. Nur noch einmal muss man sich mit einer etwas unmotiviert auftauchenden Anklage gegen den Alkoholkonsum abfinden, aber sonst gibt es recht logische Erklärungen zu Meteoriten, Schwerelosigkeit, kniffligen Rätseln und den Beweggründen der bösen Buben. Etwas fürs Herz wird natürlich auch geboten – es ist schließlich ein Yoko Tsuno Abenteuer.

Begeisternd sind die technischen Anlagen im Urwald. Technik war schon immer die Stärke des Zeichners. Alt und verrottet steht eine komplexe Anlage zwischen dem ganzen Grün und beherbergt sogar eine russische Weltraumrakete. Das Yoko quasi im letzten Augenblick eingreift ist unabwendbar und die große Explosion am Ende irgendwie auch. Und obwohl dieser Band nicht die Qualität der alten Geschichten hat, er ist deutlich besser erzählt als die beiden letzten Alben und mit etwas nostalgisch verklärtem Blick ein echt guter Band mit der anständigsten Heldin auf dem deutschen Comic-Markt.


Hat mal wieser Spaß gemacht!