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Gabrielle Zevin
Erschienen
Anderswo
03/2006
Bloomsbury, Berlin
322 Seiten / € 15,90
Jeder von uns hat sich schon mal gefragt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. "Anderswo" gibt uns eine mögliche Antwort darauf: Ja, es existiert.

Liz ist ein Mädchen, das kurz vor ihrem 16 Geburtstag einen tödlichen Unfall hat. Als sie mit ihrem Fahrrad unterwegs zum Einkaufszentrum ist, überfährt sie ein Taxi. Ihre Familie ist am Boden zerstört. Sie war doch noch so jung, warum musste sie sterben? Doch so schwierig diese Situation für ihre Verwandten ist, für Liz ist die Sache noch komplizierter. Erstmal muss sie begreifen, dass sie tot ist und was der Tod für Überraschungen für sie bereithällt.

"Anderswo" ist eine Welt, in die sich jedes Lebewesen nach seinem Tod begibt. Dort sieht alles genauso aus wie auf der Erde, nur wird man nicht älter sondern jünger. Und wenn man wieder ein Baby ist, wird man den Fluss runter, zurück zur Erde geschickt. Liz ist geschockt. Sie wird nie ihren 16 Geburtstag erleben, nie den Führerschein machen, erfahren wie es ist verliebt zu sein, heiraten oder gar Kinder bekommen! Was für einen Sinn hat dann das Leben nach dem Tod? Ihr Entschluss steht fest, sie will zurück zur Erde. Doch dahin zurückzukommen ist nicht so einfach und außerdem strengstens verboten. Auch wenn sie das schaffen sollte, würde sie für alle Ewigkeit ein Geist bleiben. Da ist es doch besser sich mit dieser "neuen Welt" anzufreunden.

Außerdem ist Liz nicht allein, ihre Oma Betty ist auch in "Anderswo". Sie starb als Liz geboren wurde. Die beiden haben sich nie kennen gelernt. Liz kann nicht glauben, dass ihre Oma 35 Jahre jung ist, doch mit der Zeit erscheint es ihr als selbsverständlich. Das Leben in "Anderswo" ist zwar gewöhnungsbedürftig, doch gar nicht so schlecht wie Liz am Anfang angenomen hatte. Bei ihrem ersten Versuch Kontakt mit ihrer Familie aufzunehmen, wird sie verhaftet und lernt so den jungen Detective Owen Nine kennen. In diesem Moment gibt es in ihrem Dasein in "Anderswo" eine Wendung. Hat sie vielleicht doch eine Chance zu erfahren wie es ist erwachsen zu sein?

Dieses Buch regt die Fantasie des Lesers an und lädt ein zum Nachdenken über die kleinen Dinge im Leben. Das blaue Hardcover mit einer Abbildung eines Fernrohres verwirrt zunächst, macht aber spätestens nach den ersten zehn gelesenen Seiten einen Sinn.


"Anderswo" ist der erste Roman der jungen New Yorkerin, Gabrielle Zevin, die ihre Aufgabe originell und humorvoll gemeistert hat.

Ekaterina Prokazova