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Yua Kotegawa
Erschienen
Line
03/2006
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
Ca. 180 Seiten / € 7,50
Und da soll noch jemand sagen, man könne aus Comics nichts lernen. Line ermahnt uns Leser, nie an ein gefundenes Handy zu gehen.

Chiko ist Schülerin. Ein Leben zwischen Pubertät und Schulstress. Neue Fingernägel, Figurprobleme und Handys. Aber so geht das wirklich nur auf den ersten Seiten, denn sie hat bein Handy gefunden und als dieses klingelt, verändert sich Chikos Welt drastisch.

„Um 15:50 Uhr stirbt vorm Bahnhofsgebäude ein Mensch“ – ein übler Scherz? Eher der Beginn eines Albtraums für das junge Mädchen, denn es stirbt tatsächlich jemand vor dem Bahnhof. Und das ist nicht das letzte Opfer des mysteriösen Menschen, der anscheinend in die Zukunft sehen kann. Für Chiko beginnt eine Hetzjagd durch ihre Stadt, denn nur sie können die Selbstmorde verhindern – sagt jedenfalls die Stimme aus dem Handy.

Mit der Zeit gesellen sich einige unfreiwillige Helfer an ihre Seite. Aber die gelegentlichen Infos über den Hintergrund der ganzen Sache machen alles nur seltsamer als klarer und dann ist die Geschichte plötzlich zu Ende. Aber alle lächeln, das kann kein schlechtes Zeichen sein – oder?

Yua Kotegawa ist durch ihre vierbändige Serie Anne Freaks bei uns bekannt. Hier ist sie einfach zu kurz. Psycho-Studie oder asiatischer Horror? Die Geschichte scheint sich nicht so richtig entscheiden zu können, und bevor man als Leser selber entscheiden kann, ist der Band auch schon zu Ende. Das hatten wir schon, aber der zu süßliche und recht konstruierte Schluss ist einfach auch der einzige, wenn auch schmerzliche Tiefpunkt des Comics.

Die Zeichnungen sind okay und bringen überraschend viel Hintergründe. Aber warum ist die Dicke in der Klasse eigentlich gar nicht dick? Was sollen da Leser mit Durchschnittsgewicht von halten? Doch auf Magersuchtsmaße herabhungern? Das Thema Selbstmord als Zeitvertreib ist ebenfalls problematisch – aber dafür sehr asiatisch.


Kurzweilige Unterhaltung für seelisch Gefestigte.