2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Erschienen
Kultureller Tribut an den Wonnemonat
06/2006
„Neue Akzente“ wollten die Veranstalter laut OB Dieter Gummer mit dem 31. „Hockenheimer Mai“ Mitte Mai setzen und haben mit der Einführung des „Maidorfes“ eine Bewegung des altehrwürdigen Straßenfestes eingeläutet, die bereits im ersten Jahr der neuen Zeitrechnung positive Spuren hinterlassen hat: Das Kulturprogramm, das traditionell jedes Jahr etwas ausgedehnt wird, hatte am vergangenen Samstag deutlich mehr Zuschauer – was vor allem daran gelegen hat, dass man durch das „Maidorf“ und die Auflösung der Bühne am Lutherhaus nun vier Aufführungsstätten mit Sitzgelegenheit und nur noch drei Bühnen für die „Laufkundschaft“ angeboten hatte.

Wie immer bildeten die Vereine das Rückgrat des gesamten Kulturprogramms: Insgesamt 18 Gruppen boten mit Liedvorträgen, Bigband-Musik und zahlreichen Tanzvorführungen ein buntes Kaleidoskop vor allem der Jugendarbeit in der Rennstadt. So präsentierte beispielsweise der Nachwuchs des Kinderzirkus „Picobello“ vom „Magic Dreams e.V.“ bei eine „Weltpremiere“ zehn Mädchen, die auf Einrädern auf der flugs abgesperrten Hauptstraße ein feuriges Rad bildeten.

Hinzu kamen die Gäste, die den „Hockenheimer Mai“ jedes Jahr bereichern. Dabei konnte man auf bewährte Zugpferde wie den „singenden Baggerfahrer“ Matteo di Maggio, der mit einheimischen Schunkelliedern im Rathausinnenhof einheizte oder die Mannheimer Garanten für ausgelassene Stimmung „AmoKomA“, die mit Soul, Funk und House zum Ausklang des Straßenfestes auf der Kirchenstaffel die Nacht zum Tag machten ebenso bauen, wie auf neue Gesichter. Einen Gruß aus der Partnerstadt Hohenstein-Ernstthal brachte, ganz im Sinne der „gelebten Partnerschaft“, wie Gummer es nannte, das dortige Jugendblasorchester, aus Altlußheim wurde mit den „Celtic Pearls“ zunächst ein Hauch von Irland durch das „Maidorf“ geweht, bevor Harald Krüger und Walt Bender dort in einer durchaus witzigen Show die gesamte Musikwelt zwischen Udo Lindenberg und Udo Jürgens durch ihre musikalischen Finger rieseln ließen, und auf der Rockbühne des „I.K. Waldfestival“ und der „Chosen Friends“ gab es bis in die Nacht hinein „Plankschdrock“ vom Feinsten, wofür vor allem die Frontfrau Barbara Boll der Formation „Art of Rock“ mit einer absolut heißen Stimme sorgte.

Besonders „heiße Stimmen“ schenkte der MGV Liedertafel den Rennstädtern: Auf ihr „Ticket“ ließen die Männer die erst im vergangenen Jahr gegründete Musicalgruppe „Wilde 13“ aus Mannheim mitfahren – und setzten damit ohne Zweifel das Highlight des diesjährigen Kulturprogramms. Rund eine Stunde begeisterten die sieben jungen Frauen (unter ihnen auch die MGV-Sängrin Christina Haas und die ebenfalls aus Hockenheim stammende Anne Rosenberg) und ihre beiden Herz-Buben zahllose Gäste, die sich eng an die Bühne des „Maidorfes“ drängten, um nichts von den mit bewundernswerten Stimmen und viel Ausdruck präsentierten Pop- und Musicalausschnitten zu verpassen. Von dieser Gruppe wird es im Spätjahr mehr zu hören geben: Hockenheims Kulturmanager Lothar Blank hat sie nach ihrem vielumjubelten Auftritt spontan als Vorgruppe von „Viva Voce“ für den November engagiert.


So hat sich auch dieser „Hockenheimer Mai“ wieder einmal als ein Sprungbrett zu höheren Weihen erwiesen – ein kultureller Tribut an den Wonnemonat.