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Erschienen
Party mit der "größten Band des Planeten"
06/2006
Der „Polar Music Prize“, eine Art „inoffizieller Nobelpreis für Musik“ - einen offiziellen gibt es bislang nicht - war aus der Hand König Carl Gutafs von Schweden erst zwei Tage zuvor an die legendäre Rockband „Led Zeppelin“ für deren Lebenswerk verliehen worden, als Ende Mai die Coverband „Mad Zeppelin“ im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“ einen fulminanten Abschluss unter die Saison 2005/2006 setzte. Die fünf Jungs aus Mainz zollten der längst zur Legende gewordenen Band, die sie sich zum Vorbild genommen haben, mit einem Liveact Tribut, der den Briten alle Ehre machte. So restlos ausverkauft war das „Pumpwerk“ selten: Auf dem Parkplatz Kennzeichen, die man im Atlas nachschlagen muss, drinnen eine leicht vor sich hinwippende Menschenmenge, die sich dicht an dicht gedrängt vom durchdringenden Sound in der nikotinschwangeren Luft mitreißen ließ.

In Anlehnung an den „Led Zeppelin“-Konzertfilm „The Song Remains the Same“ aus dem Jahr 1976 hat sich die Formation aus unseren Tagen um Frontmann Michael Dorp „the song remains on stage“ – unsterblich bleibt der Sound der „Zeppelins“ auf der Bühne.

Tatsächlich bildeten die harten Beats des hoch um Drummer Volker Brecher aufgetürmten Vistalite, die prominente Leadgitarre Ralph Glodeks, die aus den Lautsprechern direkt ins Gehirn hämmerte, die Keys Thomas Blums, die nur selten und verschwommen durchdringen konnten, und der antörnende Bass Christian Ludwigs eine monströs schöne Mischung, die der längst vergangener Tage wohltuend nah kam und so für die eingefleischten Fans, die sich in den Musikschuppen gequetscht hatten, absolute Stimmungsgarantien abgab.

Als besonders erfolgreicher Einheizer entpuppte sich jedoch der neue Frontmann der „Mad Zeppelins“: Die anfeuernden Vocals Michael Dorps warfen auch den letzten Beat-Muffel letztlich aus den Latschen.

Zusammen wollten die „Zeppelins“ eine Party feiern und „die größte Band, die dieser Planet jemals hatte“ hochleben lassen – und das taten sie zusammen mit den weit über 300 Gästen: Ausgelassen, ausgiebig und ausdauernd.

Damals in den 1970er und 1980er Jahren zündete die spezielle Mischung aus Rock´n´Roll, dirty angemischtem Rhythm and Blues und Folkeinflüssen einen kometenhaften Aufstieg der „Zeppeliner“ Robert Plant, Jimmy Page, John Paul Jones und John Bonham – bis zu ihrem letzten Konzert am 07. Juli 1980 in der Berliner Eissporthalle und dem tragischen Tod des Schlagzeugers Bonhams, der auch die Schattenseiten des Lebens mit „Sex, drugs and Rock´n´Roll“ zeigte, war „Led Zeppelin“ zu einer der bekanntesten Hardrock-Bands ihrer Tage avanciert, gelten heute als Wegbereiter des „Heavy Metal“ und haben sich damit auch einen Platz in der Musikgeschichte gesichert – ebenso wie einen in der legendären „Rock and Roll Hall of Fame“.

Dass die Musik jener Zeit bis heute anhaltende Wirkungen entfaltet, bewies dieses Konzert: „Mad Zeppelin“ brachte die Sounds von damals in fast anmutig perfekter Weise und sehr authentisch – fast so, als wollten sie uns klar machen, dass man etwas nicht unbedingt noch einmal verändern muss, nur um ihm einen eigenen Charakter zu geben – wenn es doch schon perfekt ist. So fehlte nicht das minutenlange Drum-Solo Brechers, der einen Stick-Regen auf die Fans niedergehen ließ und dann einfach mit den Händen weitermachte, und das fast zärtlich umgesetzte „Stairway to heaven“, der ohne Frage bekannteste Titel „Led Zeppelins“, ließ eine Wunderkerze und hunderte Herzen sprühen.

Der Jahresabschluss im „Pumpwerk“ bescherte einen time-warp in Zeiten, in denen ein Titel noch 13 Minuten und länger dauern durfte – und sich wie „Dazed and Confused“, das „Mad Zeppelin“ ebenfalls gab, dennoch verkaufte, einfach weil er gut war.


Wer diese „Led Zeppelin“-Night nicht miterleben konnte, hat ohne Frage etwas verpasst, erhält aber eine neue Chance: Der „I.K. Waldfestival“ hat „Mad Zeppelin“ für den diesjährigen Event engagiert und die Jungs sind am 01. September ab 21 Uhr im „Alten Fahrerlager“ zu hören.

Man darf gewiss sein, dass es auch dann wie bei diesem Act heißen wird: „Are you ready for some Rock`n`Roll? – O.k., let’s play some Rock´n´Roll!“