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Erschienen
Conneko 2006
oder das große japanische Wanderfest
07/2006
Die zweite große Manga- und Anime-Con dieses Jahr in Ludwigshafen war wieder ein Fest, das fast alle Besucher irgendwie glücklich machen konnte.

Wer Fehler in der Organisation suchen wollte, der fand sie auch. Hysterisch kreischende Orgas im Kassenraum, denkbefreites Kassenpersonal, das stundenlang eine zweite Karte suchten – wo man eigentlich nur eine haben wollte und immer wieder Orgas, die irgendwas suchten, was eigentlich am Veranstaltungsort „Pfalzbau“ sein sollte, dann aber doch am Veranstaltungsort „Das Haus“ zu sein schien und sich aber letztendlich gar nicht finden ließ – es erinnerte oft an gut geplante Slapstick-Shownummern.

Womit wir beim ersten großen Problem der Conneko 2006 wären: die beiden Veranstaltungsorte. Nach dem großen Besucherzuspruch im vergangenen Jahr hatte man mit der Wahl des Pfalzbaus eine große Halle mit ebenso weit reichender Bühne und ausreichend Händler- und Ausruhräumlichkeiten gemietet. Das wäre auch die richtige Idee gewesen, hätte man sich die Miete für den ganzen Bau leisten können. Aber so eine professionelle Halle ist verdammt teuer und so versuchte man es mit einer Zwischenlösung: Die großen Programme wie Cosplay und die Tanzgruppen wie TNS und die begeisternden Romance Kakumei bekamen die große Bühne, der Rest der Veranstaltung fand im günstigen „Das Haus“ statt. Eigentlich keine schlechte Idee, liegen die beiden Häuser ja nur fünf Minuten Fußweg von einander entfernt. Leider klappte die Verständigung vor allem von der Orga über diese Strecke nicht und Orgas wie Besucher pendelten durch das ob der bunten Kostüme verwundert staunende Ludwigshafen.

Wer ein schönes Treffen mit Gleichgesinnten suchte, der hatte natürlich auch seine Freude. Das von der Hanami bekannte Team in der Küche bot interessantes und kostengünstiges asiatisches Essen an und wenn die Projektoren mal gefunden waren, liefen auch einige Animes.

Aber zurück zum Lästern – weils doch so Spaß macht: Wer mit zehn Leuchten und einem Verfolger eine Bühne wie die des Pfalzbaus ausleuchten möchte, der ist einfach nur ein Fan aber sicher nicht vom Fach. Mit diesem Equipment leuchtet man ein Wohnzimmer aus, aber keine Bühne. Und das die vielen Funkmikros erst mal eine Stunde lang justiert werden mussten und dann dennoch nicht funktionierten ist ein weiteres Indiz für die ambitionierten Techniker die sich das Prädikat „bemüht und freundlich“ dennoch redlich verdient hatten.

So hatten von der schon erwähnten Interpretation des Bühnenstücks „Sissy“ der Gruppe Romance Kakumei leider nur die erste Reihe etwas. Die konnte dafür bei den live gesungenen Stücken, den großartigen Kostümen und der unterhaltenden Art der durch das Programm führenden Mario und Luigi einfach nur dahinschmelzen. Hätte man nur etwas sehen oder hören können.

Ein klares Plus war die weitläufige Händlerfläche. Da kam es zu keinem Gedränge und am Stand des „Schwarzer Turm“ Verlages waren immer ein paar der deutschen Mangaka zu einem kurzen Plausch bereit. Ein wenig Drängeln war dann doch angesagt, als am Sonntag Mittag ein Stand seine Waren mit 50% Rabatt rausjagde – die wollten sicher nicht zu viel wieder einpacken müssen.

Und beim Cosplay konnten die außer Konkurrenz angetretenen Superhelden die Herzen des Publikums für sich gewinnen. Vielleicht war das ja deren Superkraft – oder lag es an der hinreißenden Komik der Truppe, die sich einfach in den Einzel-Cosplay-Wettbewerb hineingeschummelt hatte? Man weiß es nicht.


Conneko 2006 – das war viel Schatten aber auch viel Licht (leider nicht auf der Bühne ;0) und man sollte jedem die Gelegenheit geben, Großes zu versuchen und aus Fehlern zu lernen. Wir würden uns über eine Conneko 2007 auf jeden Fall freuen und hoffen inständig, dass die Dame an der Kasse mittlerweile die von ihr gesuchte zweite Karte gefunden hat ;0)

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Die Bildergalerie: