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Erschienen
12. Comic-Salon Erlangen
07/2006
15. Juni 2006, Deutschland fest im Griff der Fußball-WM. Ganz Deutschland? Nein, ein gar nicht so kleines Dorf im fränkischen leistet Widerstand und startete den 12. Erlanger Comic-Salon. Begleitet von brütender Hitze hatte sich pünktlich zur Eröffnung die Schlange vor dem Eingang bis zum Ende der Vorplatzes des Rathauscenters ausgedeht, was beim Verantwortlichen des Salons Bodo Birk die ersten Sorgenfalten aus dem Gesicht wischte.

Das Rahmenprogramm hat hier traditionell ein großes Gewicht. Die Comics der Generation Golf lockte mit einem Podium der bekannten Universitäts-Zeichner wie Mawil, Flix und Ulf K. Leider mussten die Zuhörer vorher einen sehr beruhigenden Vortrag durchsitzen, der vor allem mit völlig verblitzten und somit aussagelosen Bildern sprichwörtlich glänzte. Danach entwickelte sich eine lebendige Runde, in der der amtierende beste deutsche Zeichner Ulf K den sich gut verkaufenden Flix deutlich verblüffen konnte. Mit knochentrockener Inronie referierte Ulf K. Von einem nicht enden wollendem Strom an Aufträgen nach der Auszeichnung. Diese Aussicht schien Flix dann doch sehr zu beeindrucken und nötigte ihn zu filmreifen Grimassen der Verwunderung. Mawil weckte die Hörer mit der richtigen Bemerkung auf, das man auch von Jounalistenseiten nicht sofort eine neue Welle im Comic postulieren solle, wenn mal zwei Zeichner einen autobiografischen Comic veröffentlichen.

Weiter ging es mit dem Comic-Quartett. Vier Comic-Fachleute besprechen vier Comics. Und obwohl diese Veranstaltung deutlich lebendiger geworden ist, gab es deutliche Längen. Vor allem ist es schade, wenn ein Comic eine Viertelstunde lang in Grund und Boden geredet wird. Ob man die wenigen Comic-Käufer in diesem Rahmen auch noch vor einzelnen Comics in dieser epischen Breite warnen muss sollte man sich vielleicht das nächste Mal überlegen. Glücklicherweise entwickelte sich bei der Vorstellung der restlichen drei Titel ein lebendiges Streitgespräch. Das Comic-Quartett kann man sich hier anhören.

Das Comic-Quasrtett über "Das geheime Dreieck"
Das Comic-Quasrtett über "Isaak der Pirat"
Das Comic-Quasrtett über "Adolf"
Das Comic-Quasrtett über "Fliegenpapier"


So richtig das pralle Leben brachte Karl Nagel der hamburger Alligatorfarm auf den Salon. Er brachte seine Erfahrung als Demagoge aus alten Wahlkampfzeiten in den Reihen der APPD ( die Anarchistische Pogo Partei, deren schlagendes Motte war „Arbeit ist Scheiße“) und postulierte in zwei Hetzreden die Problematik des derzeitigen deutschen Verlagwesens. Die Sprache war sehr drastisch und der Applaus seiner Anhänger sehr frenetisch.

Abends ging das Comic-Volk dann in die Erlanger Innenstadt, die bis dahin fest in der Hand englischer Fußball-Fans war. So war es verständlich, das die örtlichen Ordnungshüter etwas sensibel auf diese Menschenmassen reagierten, aber wie es den Comic-Fans eigen ist, blieb es völlig friedlich. Selbst das nächtliche Treffen vor der „Strip-Bar“ voller Comics und angezogener Menschen blieb ruhig aber ausgelassen.

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Die Bildergalerie: