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Erschienen
Infinite Crisis Monsterband
07/2006
Panini Verlags GmbH, Nettetal
228 Seiten / € 22,00
Superheldencomics sind Massenware und müssen sich am Markt behaupten. Und es verkaufen sich nicht nur anspruchsvolle Comics, sondern auch einfach nur unterhaltende. Aber es gibt auch begeisternde Superheldencomics.

Dieser dicke Band hat beides: Villians United ist ein uninspierter Superschurkencomic der traditionellen Sorte der einpaar nette Ideen und vor allem langweilige Bilder zu bieten hat.

Und dieser Band bringt die grandiose Geschichte von Power Girl. Das ist ein Psycho-Thriller mit vielen wirklich guten Ideen, nicht abgenudelter Grafik und einem verdammt gemeinen Cliffhanger.

Wer packt so grundsätzlich unterschiedliche Geschichten in einen Band? Das ist einfach unfair! Der Freund von eher traditionellen Superhelden-Stories wird den Power Girl Part nicht mögen und umgekehrt.

Zu den eigentlichen Comics:

Villians United erzählt von dem Versuch, eine große Superschurken-Gewerkschaft zu gründen. Nein, das soll keine Gewerkschaft im deutschen Sinne mit Basisdemokratie und so sein, sondern eher so was wie die monopolistischen und mafiösen Strukturen wie in den alten amerikanischen Filmschinken. Und wer steckt hinter der ganzen Chose? Der Text auf der letzten Umschlagseite enthüllt Lex Luthor als den Drahtzieher im Hintergrund. Aber der hat seine Rechnung ohne eine Hand voll abtrünniger Schurken gemacht. Die nehmen es mit den unzähligen Bösewichtern auf und kriegen dabei kräftig blutige Lippen. Das ist mit einem gewaltigen Spritzer Folter garniert und ein wichtiger, stets Unheil verkündender Mensch in bunten Unterhosen kommt auch noch kurz ins Bild. Wer steckt aber hinter den aufrechten Unholden? Diese Frage wird sogar recht spannend gelüftet, Aber im Großen und einfach zu langem Ganzen bleibt Villians United durchschnittlich.

Ganz anders Power Girl in der vierteiligen Geschichte „Powertrip“. Wer hat sich nicht schon immer beim Anblick der drallen Heldin mit dem enormen Ausschnitt gefragt, warum sie so tiefe Einblicke gewährt? Diese und weitere brennende Fragen werden mit viel Selbstironie und Humor im grafischen Stil von Chris Sprouse beantwortet. Ganz nebenbei geht es mit dem Vorspiel zur Infinite Crisis weiter und auch ein Superschurke kann besiegt werden. Und nach diesem Band fragen sich auch die Leser zusammen mit der sympathischen Heldin: „Infinite Crisis – ist das nun eine JSA oder eine OMAC Sache?“.


Dieser Monsterband ist zu unterschiedlich um ihn gut oder schlecht zu finden. Außerdem könnte man sich ärgern, weil man nicht so richtig weiß, ob hier wirklich etwas ganz Wichtiges zur Infinite Crisis passiert, oder einfach nur geschickt abkassiert wird.