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Niles & Chamberlain
Erschienen
30 Days of Night: Bloodsucker Tales
10/2006
Infinity Verlag GmbH, Schwetzingen
100 Seiten / € 12,95
Als vor zwei Jahren „30 Days of Night“ bei Infinity rauskam hat eine neue Ära des Vampircomics begonnen. Seit dem wimmelt es von blutsaugenden Monstern auf dem Comicmarkt. Warum nicht, wenn die Geschichten gut sind ist das okay.

Der letzte Spross der „30 Days of Night“-Familie heißt „Bloodsucker Tales“ und ist erschreckend: Da wäre zuerst die Grafik. Die kann mit den fantastischen Bilder von Ben Templesmith nicht mithalten. Der hier zeichnende Kody Chamberlain ist in seiner Seitenaufteilung zu großzügig, gibt sich fahrig und lässt unbedeutender Leere zu viel Platz. Es macht einfach keinen Spaß, diesen Comic anzuschauen. Aber Comics sind ja auch zum Lesen da, und auf diesem Gebiet spielt Steve Niles mal wieder auf wunderbare Weise den Regisseur an der literarischen Horror-Klaviatur. Da ist der verrückte Wissenschaftler, der von seiner Zunft verstoßen im Geheimen seinen abstrusen – aber schlussendlich dann doch erfolgreichen Studien nachgehen muss. Dann der aufrechte Cop. Er hat zusammen mit seinem Kollegen einen Vampir gesehen, doch er darf drüber nicht reden, denn sein Partner hat Angst als geisteskrank angesehen zu werden. Also begibt sich auch der Gesetzeshüter jenseits der legalität auf die Suche, die natürlich in einem Blutbad enden wird. Bleibt die unschuldige Schönheit. Ja, auch sie gibt es in diesem packenden Comic. Sie ist zwar nicht blond, aber auch als dunkelhaarige Vertreterin des Schwachen Geschlechts darf sie „“Oh ... Gott ...“ wimmern. So richtig passend wird es, als der gute Untote vom Tisch aussteht und während seine Eingeweide aus dem geöffneten Buch fallen dem bösen Untoten und immer noch verrückten Wissenschaftler hinter her läuft.

Okay, der geneigte Leser hat nun die Eckpfeiler dieser Geschichte kennen gelernt, mehr verraten wir nicht. Und hoffentlich waren die Appetithappen groß genug, um über den ersten Schrecken, den die Bilder verursachen einen zweiten Blick auf die lesenswerte Story zu werfen.

Was fehlt? Okay, der gute Untote hätte nun mit seinem Darm den bösen Untoten zum Stolpern bringen können – aber es wird sicher noch weitere blutige Comics aus der Feder von Steve Niles geben in dem er die eine oder andere rohe Gemeinheit zum Comic bringen wird – vielleicht auch unsere Anregung. Dann bitte mit einem etwas außergewöhnlicherem Zeichenstil als diesmal.


Schaurig schön, zumindest die Story ist voll zu empfehlen und hilft über die mittelmäßigen Bilder hinweg.