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verschiedene
Erschienen
Es war keinmal
12/2006
Schwarzer Turm, Hünfeld
Die Grundidee dieses Bandes ist toll. Man nehme Fragmente bekannter Märchen und baue neue Geschichten damit zusammen. Da trifft Hänsel, der nun erwachsen Hans genannt wird, seine Gretel in der Nervenheilanstalt, weil sie immer noch die böse Hexe sehen kann oder der Froschkönig ist Opfer seiner eigenen Genforschung an Fröschen geworden und entdeckt doch noch die wahre und reine Liebe.

Frische Ideen von frischen Comic-Künstlern machen Spaß und müssen auch nicht immer pedantischen Vorgaben wie Perspektive oder Anatomie gerecht werden.

Negativ sticht die Geschichte „Mischa und die Oddeerbanjen“ hervor. Die kann leider viel zu leicht als unverhohlenes Loblied auf rauchbare Drogen verstanden werden. Zwei Zwerge treffen auf einen Menschen, machen ihn mit der die Wahrheit enthüllenden Rauchware Oddern bekannt „... lass es auf dich wirken und lehn dich zurück“ - Bullshit! Wer schon mal die Opfer des modernen Canabis, das deutlich höher dosiert ist noch vor zehn Jahren, gesehen hat, wie sie sich mit bescheuerten Ideen immer mehr aus familiären und anderen sozialen Bindungen entfremden und dabei menschlich vor die Hunde gehen gesehen hat, kann dieser Geschichte kein gutes Haar mehr abgewinnen. Das ist einfach unreflektiertes Drogengefasel in schönen Bildern verpackt und deswegen wirklich bedenklich.

Das ist wirklich schade, denn die Geschichten bis dahin sind ideenreich. Aber nach einer so – vielleicht zu leicht missverständlichen – drogenverherrlichenden Geschichte in einem Band, der von Menschen um die zwanzig für sicher auch jüngere Menschen gemacht wurde, kann man diesen Comic nicht mehr mit Genuss lesen. Das ist verdammt Schade für die restlichen Geschichten.


Tolle Idee von einer doofen Geschichte kaputtgemacht.