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Erschienen
„Swinging Five“ begeistern „kleines Dorf im Süden“
02/2007
„Swinging Five“, so war es etwas verwirrend im Programmheft der Gemeinde angekündigt. Verwirrend, weil schon der genaue Betrachter des zugehörigen Fotos sechs Mannen entdecken konnte.

Seit 1992 schon touren die Sechs zusammen durch die Lande, um mit a capella zu punkten – den Namen, den man sich bei Gründung 1989 gegeben hatte, hat das Sextett trotz stimmlichem Zuwachs beibehalten.

In Neulußheim war die Truppe aus Hambrücken Mitte Januar erstmals zu Gast – und schaffte, was dem halben Dutzend zumeist gelingt: Das Publikum binnen kürzester Zeit für sich und die eigene Musik zu gewinnen.

Das macht „Swinging Five“ mit einem zwar einfachen, dafür aber besonders wirkungsvollen Konzept: Sie präsentieren eine kluge und erfolgreiche Mischung aus weithin bekannten Evergreens, leichtgängigen Harmonien und frischen Melodien und garnieren das Ganze mit einer feinen eigenen Note.

So gaben sie einen charmanten Einstieg mit einer eigenen Textfassung des „Sailor“-Hits „Girls, Girls, Girls“ – wenngleich die darin enthaltene Ermahnung bezüglich klingelnder Handys leider fruchtlos blieb. Ebenso rassig gab man „Back in the U.S.S.R.“ der „Beatles“, gleichzeitig auch selbsterkorene Lieblingsband der Sänger – entsprechend war später auch noch „I love you“ und „I wanna hold your hand“ zu hören.

Dazwischen streute man mal ruhige Titel wie das „Chordettes“-Beispiel für klassischen Barbershop-Sound, „Mr. Sandman“, vor allem aber Reißer nach dem Muster des Grönemeyer-„Mambos“ oder „Dancing Queen“ der legendären „ABBA“. Vielleicht ist das eine der Schwächen des neuen – inzwischen fünften – Programms „verstärkt“ des Männer-Ensembles: Man versuchte sich doch immer wieder an Titeln, die einerseits häufig vor allem aus dem Rhythmus ihren Esprit beziehen, zum anderen gab man viel zu wenig Titel, die a capella besonders gut punkten können, weil sie auf reizvollen Harmonien beruhen – „Naturally“ des US-Popmusikers Huey Lewis war beispielsweise so ein Höhepunkt.

Die „Swinging Five“ trafen beileibe nicht immer die richtigen Noten – stets aber den rechten Ton, das muss man den unverkrampften Jungs aus der Nachbarschaft lassen. So war es denn auch kein Wunder, dass das Publikum johlend und bisweilen mitsingend voll und ganz bei der Sache war: Begeistert, als zwei Sänger zu Trude Herrs „Ich will keine Schokolade“ daherkamen, wie ein weibliches Putzgeschwader, und voll Nationalstolz, als die Sechs ihr unangefochtenes Highlight gaben – „Mir im Süden“ des Stuttgarter a-capella-Quintetts „Füenf“. Fröhlich bejubelte der ganze ausverkaufte Saal die Hymne aufs „Ländle“ und gröhlte eifrig mit: „Es gibt ein kleines Dorf im Süden, das hat es ein kleines bisschen besser drauf“.


So bescherten die „Swinging Five“ sicherlich nicht immer reinen musikalischen Hochgenuss – aber einen schönen, einen unterhaltsamen, einen begeisternden Abend auf alle Fälle.



Weitere Informationen im Internet unter http://www.swingingfive.de