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Erschienen
Freudentaumel und Gänsehautfeeling mit „Cara“
05/2007
Die „Freunde“ waren wieder einmal zu Gast im Hockenheimer Kulturzentrum „Pumpwerk“: Die vierköpfige Irish-Folk-Formation „Cara“, was im Gälischen nicht mehr, aber vor allem nicht weniger als „Freund“ bedeutet. Und dem völlig angemessen war auch die Stimmung: Ein gespanntes Publikum, das natürlich vor allem die neuen Stücke der erst vor einigen Wochen veröffentlichten CD „In between the times“ bereits heiß ersehnte, gut gelaunte Zuhörer, die den von der Bühne herunterschwappenden Rhythmen und Melodien aufmerksam und begeistert folgten, und natürlich eine Band, die wieder einmal alles gab, um die hohen Erwartungen auch zu erfüllen.

Die zweite CD unter dem seit 2003 existierenden Namen „Cara“ bringt neue Beispiele der eigenständigen, sehr charakteristischen Musik der auch international erfolgreichen Truppe: Sie brechen die traditionelle Musik der grünen Insel bis in deren Grundbausteine auf, um sie neu zusammenzusetzen und dem Althergebrachten durch bretonische, galizische und auch orientalische Versatzstücke einen ganz eigentümlichen Glanz zu verleihen. So haben sie sich nicht nur ihre Fans gesichert, sondern auch in der Fachwelt für erhebliche Aufmerksamkeit gesorgt.

Die „new breeze of irish music“, die „Cara“ verspricht, greift in phantasievollen Themen, facettenreichen und detailverliebten Kompositionen weit um sich, um den Raum mit diesem typischen Folk-Gefühl zu füllen.

Dabei konnten die Vier, die im Herbst 2005 im „Pumpwerk“ ihr „Hockenheim-Debüt“ gaben, sowohl mit rassigen Jiggs und Reels, als auch mit ruhigen Balladen punkten, wobei aber die fast zärtlich-sphärischen Lieder, aus Gefühl und Leidenschaft zusammengesetzt, ohne Frage den größeren und vor allem tieferen Eindruck hinterließen.

Das lag vor allem an der bezaubernden Stimme Sandra Steinorts, die neben Klavier- und Flötenklängen die wichtigste Zutat zu den zauberhaften Balladen beitrug: Eine reine, leichtfüßige, fast ätherische Stimme von beeindruckender, faszinierender, fesselnder Klarheit, die verspielt und voll Emotionen über dem dabei durchaus rassigen Instrumentalgerüst schwebte, als „Sir John“ ein „Teil-Happy-End“ (eben nur ein Happy-End für die Frau) erlebte oder als sie sanft und doch mit gehörigem Nachdruck die Geschichte „Rosie Anderson“ zum Besten gab.

Perfekt mit Sandra Steinort im Duett, im Sologesang bisweilen natürlicher und bodenständiger, dafür aber auch weniger präsent und greifbar, Gudrun Walther. Sie gab das gut passende „Please be Peter tonight“ mit einem spitzbübischen Grinsen, „Bustles and Bonnets“, das wie die beiden zuvor genannten Titel von der neuen CD stammt, dagegen hätte man sich doch mehr aus dem Mund der süßeren Stimme Steinorts gewünscht. Dafür konnte Walthers Violine zusammen mit den griffigen, gut durchrhythmisierten, bisweilen auch sehr feingliedrigen Arrangements des Gitarristen Jürgen Treyz das instrumentelle Rückgrat „Caras“ bilden. Gerade in den instrumentalen Tune-Sets dominierten die beiden klar das Feld: eine selbstbewusste Geige und technisch beeindruckende Finger-Pickings der Gitarre, die mehr akzenthaft durch die Flötenornamente Claus Steinorts bereichert wurden. Der konnte dagegen mit seinen Iris Pipes für Furore sorgen, als er sich mit „The stool in the shed“ in seine Übungsphase allein in einem schmutzigen Schuppen zurückversetzte.


Nach rund zweineinhalbstündigem Programm hinterließ „Cara“ einmal mehr ein begeistertes Publikum, das - vom Freudentaumel ins Gänsehautfeeling hin und hergerissen – nach Mehr verlangte. Und weiterhin nach Mehr verlangt. Bis zum nächsten Wiedersehen unter Freudnen.

Weitere Informationen und Hörproben im Internet unter http://www.caramusic.com

 

 

 
 

©:www.caramusic.com