2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Way / Saltares
Erschienen
Ghost Rider
06/2007
Panini Verlags GmbH, Nettetal
124 Seiten / € 14,95
Mit dem Teufel ist nicht zu spaßen, das merken auch Mitglieder des Marvel-Universums. War der Gehörnte in den guten alten Zeiten noch den wehleidigen Klagen des Silver Surfers humorlos ausgesetzt, darf der Unterwelt-Chef heutzutage sein Gift immer noch durchtrieben, aber nun selbstbewusst verspritzen. Aktuell trifft es Johnny Blaze. Der durfte 1991 als Geister Reiter durch deutsche Kioske brettern, nun ist er das zweite Mal bei Panini als Ghost Rider unterwegs.

Und das sieht wegen des Zeichenstils von Zeichner Javier Salatres auch durch und durch gut aus. Seine Bilder sehen wie auf Gemälde getrimmte Comics aus. Noch deutlich als Comic zu erkennen, aber mit dem Photoshop-Filter „Ölgemälde“ bearbeitet. Augentierchen haben hier also ihre Freude. Kino-Fans auch, denn der zufällige Gefährt Johnnys in der Unterwelt Greexix ist ein weißer Slimer aus „Gostbusters“ und Luzifer scheint mit seiner knallroten Haut, dem Michael Schumacher Kinn und dem überdimensionalen Gehörn dem Film „Legende“ entsprungen zu sein. Aussehen gut, was ist mit der Geschichte?

Wer sich mit dem Herrscher der Hölle einlässt, verliert, die Frage ist nur, wie viel man dabei selbst gewinnt und ob sich die Abschlussrechnung lohnt. In Johnnys Fall ist das nicht ganz klar. Erst dient er zur Belustigung des Teufels. Immer wieder versucht unser Held der Hölle zu entkommen, immer wieder keimt Hoffnung in ihm auf. Aber immer wieder freut sich der Böse über das tiefe Tal der Trauer, in das Johnny nach seinem Scheitern fällt.

Doch im zweiten Teil der Geschichte schafft es der Biker Blaze wieder auf die echten Straßen. Doch auch hier ist das Leben nicht nur ein reines Zuckerschlecken, denn die supergebaute Braut im weit aufgeknöpften Western-Outfit tritt ihm gepflegt in die empfindlichen Teile. Aber die Geschichte wird richtig heiß, als ein Doofling mit Streichhölzern an der Tankstelle rumspielt. Das könnte böse enden, tut es auch, trotz des Eingreifens von Doctor Strange. Der nippelt dann auch gleich noch ab - etwas unvorhersehbar und irgendwie auch unerklärlich, aber es dient schließlich alles der Unterhaltung und da wollen wir nicht so genau sein, sollange es Spaß macht.

Unterhaltend ist dieser Comic für Fans der gediegen dunklen Geschichten. Kein Schlachtfest aber trotzdem immer mit dem leichten Geruch von verbranntem Fleisch geht es tief in die emotionalen Tiefen eines Comic-Superhelden. Das geht ja bekanntlich meist nicht sehr weit, ist hier aber auch nicht ganz so bekannt erzählt wie in den meisten gleich gelagerten Storys der Helden der ersten Reihe. Da langen die gut gezeichneten Geschichten mit Emotionen dank Dini zumeist in der unverdaulichen weil viel zu gefühlsduseligen Ecke. Da macht Ghost Rider einfach viel mehr Spaß - und gut sieht es ja auch aus. Es sei noch angemerkt, dass Johnny mit seiner Flucht dem Teufel hier die einzigartige Möglichkeit auf die Weltherrschaft aufgetan hat. Okay, Innovationen lesen sich anders.


Nett.