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Kirkman / Phillips
Erschienen
Marvel Zombies
08/2007
Panini Verlags GmbH, Nettetal
136 Seiten / €16,95
Dieser Comic ist unsinnig gewalttätig, zeigt abstoßende Szenen voller Kannibalismus und ist hässlich gezeichnet. Mit dem nötigen Abstand betrachtet, sollte man vor diesem Machwerk warnen - würde es nicht so viel Spaß beim Lesen machen. Die Zeit scheint mal wieder reif für die Zombies zu sein. Obwohl die verwesenden Fleischfresser im Kino nicht so besonders ankamen, zeigen etliche Comicveröffentlichungen wie „The Walking Dead“ und „28 Days Later“, dass dem Comicleser die gebissenen Übelriecher wohl gefehlt haben. Nun auch noch Marvel. Die Welt der Superhelden ohne Superman wurde seit Fred Hembeck nicht mehr so liebevoll zerstört wie hier.

Als Autor durfte der durch den schon erwähnten modernen Klassiker „The Walking Dead“ berühmte Robert Kirkman anscheinend ungestört walten, denn so hart ist noch nie jemand mit den Ikonen in Unterhosen umgesprungen wie er. Da verliert Cap ganz im Stil des ebenso frechen Filmklassikers „Bad Taste“ mal eben etwas Hirn, was bei den Handlungen des Ex-Päsis der Alternativwelt-USA aber keinen Unterschied macht.

Wie in jeder Zombie-Story baut jeder Autor etwas am Zombie-Mythos rum. Hier sind die Untoten völlig intelligent - sollange sie satt sind. Und weil Doktor Henry Pym von den Rächern so ein helles Kerlchen ist, hat er sich zur Rettung der Welt einen Notnagel zur Fresslustbefriedigung zurückgelegt. Dem ebenfalls im Kostüm steckenden Notnagel gefällt diese Situation natürlich gar nicht, wird er doch immer mehr angenagt. Man liest, Kirkman hat sich echt fiese Story-Schmankerl ausgedacht, um mal was anders, als recht intelligenten Zombie-Horror zu schreiben. Hier gibt’s mit der groblächelnden Kelle und das nicht zu knapp.

Fein sind die Cover von Arthur Suydam, der hierzulande leider eher unbekannt ist. Aber seine Titelbilder sind auch mit seinen normalen Arbeiten nicht zu vergleichen - aber vielleicht deswegen so betörend. Für die Innenbilder ist der Engländer Sean Phillips ausgewählt worden. Der ist gerne etwas härter oder vielleicht dreckiger, aber das passt ja wunderbar zum Sujet. Wen kümmerts, ob bei verfaulenden Leibern mal eine Proportion nicht so ganz stimmt? Beckmesser werden bemerken, dass Iron Man trotz geschlossenem Visier mal mit seiner normal geletterten und dann wieder mit einer technisch geletterten Stimme spricht.


So ein Comic darf man nicht empfehlen - echt nicht, auch wenn man es gerne lesen würde. Es sein hier noch mal wirklich deutlich geschrieben: Dieser Comic ist politisch unkorrekt, pädagogisch verwerflich und irgendwie auch schlecht gezeichnet. Jawohl! Warum er dann doch Spaß macht? Es wird an der schwarzen Seele des Rezensenten liegen.