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Lloyd / Vance / Davis / Byrne / Gibbons / Mignola / Nowlan
Erschienen
Aliens #1
09/2007
Cross Cult, Asperg
176 Seiten / € 16,00
Den Band muss man schon alleine wegen der Titelgrafik ins Horrorherz schließen! In stylischem Schwarz/weiß streckt ein Alienkopf sein zweites Gebiss (nicht das Dritte ;0) raus. Das sieht einfach klasse aus.

Nach dem Titelbild erwartet den Leser ein gemischtes Lesevergnügen durch vier abgeschlossene und völlig unabhängige Geschichten aus den Federn der führenden Comic-Kreativen Amerikas, und den einen Engländer wollen wir natürlich nicht vergessen, auch wenn der erst über den Umweg USA und Film zur verdienten Beachtung gefunden hat.

Den Beginn macht der schon hervorgehobene David Lloyd. Die Bilder sind sehr ordentlicher Lloyd, englisch und wiedererkennbar, die Story ist sehr ordentlich Aliens - auch sehr wiedererkennbar. Da wird ein böser Bube als Blinder Passagier zum Retter für ein Häuflein hilfloser Loser. Dramatisches Ende inklusive - versteht sich. Das ist nicht weltbewegend aber dennoch unterhaltend. Als Opener für einen Alien-Comicband okay.

Das Story-Highlight ist „Überleben“ von James Vance und Guy Davis. Der Zeichner der auch bei CrossCult erscheinenden Serie „B.U.A.P.“ bebildert die fiebrigen Albträume eines ganz normalen Opfers der Firma. Ist er der einzige Überlebende einer Serie von Opfertieren zur Alienzucht? Sind seine Ausflüge in eine heile Welt voller Blumen und Baseball Flucht vor einer grausamen Wahrheit? „Überleben“ ist eine Horrorstory zum Mitdenken. Bei den Bildern fällt auf, wie wichtig Farbe für die fahrigen Bilder von Davis ist. Zu oft sucht man zwischen den vielen Strichen das Motiv und die Abgrenzung zum ohne Farbe zu detaillierten Hintergrund. Trotzdem sehr lesbar.

American Fastfood im Biker-Milieu der 50er bringt der umstrittene John Byrne. Er lieferte fantastische Geschichte der Fantastischen vier und fiel durch seine Neuinterpretation des allseits beliebten Spider-Mans bei den Fans in Ungnade. Hier lässt er Aliens unter Pettycoats beißen und das ältere Ehepaar sieht Ma und Pa Kent aus seinem Run bei Superman wie aus dem Gesicht geschnitten ähnlich. Nach der die Story beschließenden Pointe ist man unterhalten und vorbereitet für die letzte Geschichte:

„Erlösung“ bringt Grafiker-Gott Mignola in seiner ganzen Kraft. Der Irrsinn lässt da mal einen Rasputin im All erahnen, aber wie ein Comic gerade ohne Farbe wirkten, kann, erkennt man bei ihm einfach auf den ersten Blick: Kräftig! Es geht um Glauben und wie er die Wirklichkeit beeinflussen kann. Das könnte nun metaphysisch werden, der renommierte Autor der preisgekrönten „Watchmen“ zeigt statt dessen in einer Geschichte zwei Blickwinkel einer Realität. Da zeigt der Comic, wo seine Stärke liegt und macht dazu noch mörderisch Spaß.

Aliens Band eins ist gut komponiert. Nach einem ordentlichen Opener etwas für den Kopf, dann etwas zur gemütlichen Unterhaltung um am Ende mit einem Comic-Highlight den Band zu beenden und den Leser ungeduldig auf Band zwei warten lassend.


Anschaupflicht!