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Pappers / Puschmann
Erschienen
Another World – Das Ende aller Dinge
10/2007
Mindcrusher Studios, Flensburg
45 Minuten / kostenlos
Wer hat in seiner Kindheit nicht gerne Hörspiele gehört? Und wer wollte nicht schon mal so ein Hörspiel selber machen? Wer es mal versucht hat, wird schnell festgestellt haben, es ist irgendwie kniffliger als man sich das zuerst gedacht hatte. Aber die benötigte Technik hat heute fast jeder zu Hause und so ist es nicht verwunderlich, das es immer mehr Hobby-Hörspiele ins Internet schaffen.

Die Mindcrusher Studios sind so ein Club motivierter Hörspiel-Fans die mit „Another World – Das Ende aller Dinge“ ein ambitioniertes Stück Hörkino kostenlos auf ihren Server gestellt haben. Die Story beginnt auf einer Raumstation, deren Bewohner das Ende der Welt miterleben müssen und nun auf sich allein gestellt in ungewissen Zukunft zurecht finden müssen.

Die einem Hobby-Projekt ist es vielleicht unvermeidlich, das die Qualität der Sprecher unterschiedlich ist. Hier hören wir vom ambitionierten bis zum professionellen Sprecher alles, Totalausfälle gibt es nicht. Die Soundqualität der meist bei den Sprechern zu Hause aufgenommenen Sprechpassagen sind nicht ganz einheitlich. Wunderbar sind die Musik und die Soundeffekte in das Hörspiel eingebunden. Vor einem von einer Flötenmelodie getragenen Titeltrack führt uns der Sprecher in die Geschichte ein. Das Zischen von Sauerstoffflaschen verdeutlicht den im All schwebenden Astronauten, der in einer immer schlechter werdenden Sprechverbindung das verschwinden der Welt kommentiert. Ein hecktischer und nicht besonders harmonischer Klangteppich unterlegt später eine wichtige sowie spannungsgeladene Passage und ein melancholischer Soundtrack verabschiedet einen verstorbenen Charakter. Das ist super gemacht und legt die Messlatte sogar für professionelle Produktionen ein Stück höher.

Die Story balanciert zwischen gut gemachter SF und klischeehafter Trivial-Action. Einige kleinere Fehler wie „Er blickte Stumm in die Runde. Mit diesen Worten verließ er den Raum“ (Natürlich sagt er zuvor etwas) gehören fast einem ungeschriebenen Gesetz folgend zu einem Debut.

Unterhaltend ist auch der ebenfalls kostenlos erhältliche Kommentar, in dem die beiden Hauptverantwortlichen Pappers und Puschmann richtig kräftig aus dem Nähkästchen plaudern.


Was die Mindcrusher Studios hier kostenlos anbieten ist einfach gut gemacht und wer Kritik äußern will kann das gerne tun, Fehler findet man auch bei kostenpflichtigen Angeboten. Folge eins macht auf jeden Fall Appetit auf mehr und wir hoffen, dass die Mindcrusher Studios ihre Fan-Produktion nicht vergessen, wenn sie mal ins professionelle Lager wechseln sollten.