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Christophe André
Erschienen
Phobien
04/2001
BLT bei Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach
128 Seiten / DM 12,90
In der Reihe "Mensch und Wissen" erschienen, bietet das schmale Bändchen einen guten Überblick zum Thema "Phobien". Der französische Psychiater Christophe André stellt auf kompakte Art und Weise Wissenswertes vor - das Buch lässt sich problemlos in ein bis zwei Stunden lesen. In einem Glossar werden Fachbegriffe erläutert, so dass auch für einen Laien der Text gut verständlich ist. Außerdem wird das wichtigste in Tabellen zusammengestellt und alles durch eingestreute Abbildungen und farbige Bilder aufgelockert.

Die Aufteilung in "Ausführungen zum besseren Verständnis" und "Anregungen zum Nachdenken" ist inhaltlich nicht ganz nachvollziehbar, ansonsten ist der Aufbau jedoch sehr klar und sinnvoll strukturiert.

Überblickartig gibt der Autor Auskunft über Krankheitsbild und Behandlungsmethoden. Was sind eigentlich Phobien und wie grenzt man sie von "normalen" Angstzuständen und von Zwängen ab? Was für Arten von Phobien gibt es? Wie entwickeln sie sich und was kann man dagegen unternehmen?

Ungefähr 12 Prozent der Weltbevölkerung leidet Schätzungen zufolge im Lauf des Lebens unter einer Phobie, damit ist dieses Krankheitsbild eine häufig auftretende psychische Störunge. Auffällig ist, dass Frauen wesentlich häufiger betroffen sind, wobei sich die Frage stellt: Fällt es ihnen nur leichter, deshalb zum Arzt zu gehen oder neigen sie tatsächlich stärker dazu?

Phobien sind äußerst vielfältig. Zu den bekanntesten ursprünglichen Phobien dürften wohl die Klaustrophobie (Angst vor geschlossenen Räumen), die Arachnophobie (Angst vor Spinnen), Akrophobie (Angst vor Höhe) und die Agoraphobie (Angst vor freien oder von Menschen bevölkerten Plätzen) zählen. Heute spielen zunehmend soziale Ängste eine Rolle, da sie das Leben der Betroffenen stark einengen.

Der Phobiker wird auf jeden Fall die Konfrontation mit dem angstbesetzten Objekt oder mit der angstauslösenden Situation zu vermeiden suchen, und dadurch im Zweifelsfall auf vieles verzichten. Die dadurch resultierende Einschränkung erhöht den Leidensdruck enorm und gibt oftmals erst den Ausschlag, einen Therapeuten aufzusuchen.

Neben einer Erläuterung der vielfachen Faktoren, die das Auftreten der Krankheit begünstigen können, schildert der Autor, wie die Betroffenen durch die oben beschriebene Vermeidungstaktik oft selbst dazu beitragen, die Phobie aufrechtzuerhalten oder gar zu verschlimmern. Abschließend kommt er auf die verschiedenen Arten der Therapie zu sprechen, wobei er entsprechend ihrer herausragenden Bedeutung die Verhaltenstherapien und die kognitiven Therapien an den Schluss stellt.

Alles in Allem ein überaus interessantes und empfehlenswertes Buch, das einen knappen aber gut strukturierten Überblick über die verschiedenen Aspekte von Phobien gibt.